Zytoskandal

Pfusch-Apotheker streckte 49 Wirkstoffe dpa/APOTHEKE ADHOC, 04.07.2017 17:24 Uhr

Berlin - Nach dem mutmaßlichen Betrug mit zu schwach dosierten Krebsmedikamenten will die Stadt Bottrop betroffenen Patienten mit einer neuen Wirkstoffliste helfen. Die Stadt veröffentlichte am Dienstag eine Aufzählung mit 49 Wirkstoffen, für die eine Unterdosierung in den Infusionen angenommen werden müsse. Apotheker Peter S. wird für den Betrug verantwortlich gemacht.

Bislang waren nur fünf Präparatenamen bekannt. Mit der Liste wolle man für die Patienten eine klare Übersicht schaffen, betonte die Stadt. Sichere Rückschlüsse auf eine Minderdosierung im Einzelfall ließen sich damit aber nicht ziehen, betonte das Gesundheitsamt.

Der Apotheker sitzt seit Ende November 2016 in Untersuchungshaft. Ihm werden Abrechnungsbetrug und Verstöße gegen das Arzneimittelgesetz vorgeworfen. Er soll bei mehr als 50.000 Infusionen die Wirkstoffe zu gering dosiert und Krankenkassen um 2,5 Millionen Euro betrogen haben. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft wurde dadurch die Qualität der Präparate gravierend gemindert oder völlig aufgehoben. In Deutschland versorgen Onkologie-Schwerpunktapotheken Patienten nach erfolglosen Standardtherapien individuell mit Medikamenten.

Die Liste mit den 49 Wirkstoffen enthält zum einen die Wirkstoffe aus den Infusionslösungen, die bei einer Hausdurchsuchung Ende November beschlagnahmt worden waren. Zum anderen sind Medikamente aufgeführt, die bei einer kaufmännischen Prüfung der Apotheke aufgefallen waren. Dabei gab es Differenzen zwischen der Einkaufsmenge und der Menge der abgegebenen Substanz. Die Stadt richtete eine Hotline für Betroffene ein.

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