Apotheker soll Schadenersatz zahlen

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Berlin - Der Rechercheverbund Correctiv hat den Skandal um den Bottroper „Pfusch-Apotheker“ sehr intensiv begleitet. Die Journalisten hatten bis heute sogar eine mobile Redaktion vor Ort. Ab jetzt wird der Fall aus der Zentrale in Essen weiter betreut. Correctiv hat als Zwischenfazit fünf Forderungen formuliert. Ein davon lautet: Apotheker Peter S. soll allen Menschen Schadenersatz zahlen, die gepanschte Krebsmedikamente erhalten haben.

Correctiv fordert einen Täter-Opfer-Ausgleich, wie er bei anderen Verbrechen in materieller Sicht üblich sei. Die Opfer im Zyto-Skandal dürften nicht schlechter gestellt werden als Opfer anderer Schwerkrimineller. Dies soll nicht nur für zur Anklage gebrachte Fälle gelten, sondern für alle Menschen, die gepanschte Krebsmittel aus der Alten Apotheke in Bottrop erhalten haben.

Nicht zuletzt deshalb fordert Correctiv eine lückenlose Aufklärung des Falls. Im Rahmen einer Fallkontrollstudie sollen die Krankheitsverläufe aller potentiell Betroffenen mit einer gleich großen Gruppe von Menschen verglichen werden, die ein gleiches Krankheitsbild, Alter und Medikation vorweisen und aus einer anderen Apotheke beliefert wurden. Zusätzlich soll eine verwaltungswissenschaftliche Studie die Schwachstellen in den Kontrollinstanzen aufzeigen. „Dabei ist ein Augenmerk auf die Beziehungen und Abhängigkeiten zwischen Kontrolleuren und Kontrollierten zu legen“, schreibt Correctiv.

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