Zyto-Skandal

Pfusch-Apotheker: Opfer werden nur langsam informiert dpa/APOTHEKE ADHOC, 02.10.2017 12:45 Uhr

Düsseldorf - Mehr als 1200 Anrufe besorgter ehemaliger Krebspatienten gingen bei der Hotline der Stadt Bottrop bereits ein. Auch viele Briefe habe die Stadt erhalten, sagt Stadtsprecher Andreas Pläsken. In mehr als 60.000 Fällen soll ein Bottroper Apotheker Krebsmedikamente gepanscht und verdünnt haben. Seit zehn Monaten sitzt der Beschuldigte in Untersuchungshaft. Betroffen sei „eine niedrige vierstellige Zahl“ von Patienten, hatte die Staatsanwaltschaft Essen bei der Anklageerhebung im Juli mitgeteilt.

Monate nach Bekanntwerden des Skandals ist immer noch unklar, wie viele Krebspatienten verdünnte Medikamente verabreicht bekommen haben und welche Folgen das für sie persönlich hatte. Nur schleppend startete eine Informationskampagne für die betroffenen Patienten. Inzwischen ist sie in Gang gekommen – das ist vor allem der Initiative der Stadt Bottrop zu verdanken.

„Seit neun Monaten tun wir nichts anderes als zu informieren, obwohl das eigentlich nicht Aufgabe der Stadt Bottrop ist“, sagt Pläsken. Die Stadt habe auf eigenes Drängen von der Staatsanwaltschaft eine Liste von 37 Ärzten Praxen und Kliniken bekommen, die die fraglichen Medikamente bezogen hatten. Veröffentlichen darf die Stadt die Liste nicht. Aber sie hat die Hotline eingerichtet.

Viermal habe die Stadt zudem die Einrichtungen angeschrieben und gebeten, sich mit den Patienten in Verbindung zu setzen. „Wir wissen nicht, ob die Ärzte die Patienten informieren“, sagt Pläsken. „Es gibt auch eine nicht unerhebliche Zahl von Betroffenen, die von dem Thema gar nichts wissen wollen.“

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hat als Konsequenz aus dem Krebsmittel-Skandal zwar inzwischen die Apothekenüberwachung verschärft

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
Markt

Diätmittelhersteller

Verfahren gegen Almased-Chef eingestellt»

Bundesverwaltungsgericht

Schwabe entsetzt über Ginkgo-Urteil»

Lieferausfall beendet

Bei Noweda rollen die Wannen wieder»
Politik

Westfalen-Lippe

AVWL: Zum vierten Mal Klaus Michels?»

GKV-Leistungskatalog

Zolgensma: Allianz gegen Extrem-Hochpreiser»

Interview zur Kammerwahl in Hessen

Funke: Es geht nicht um Spahns Befindlichkeit»
Internationales

Großbritannien

Ärztemangel: NHS sieht Patienten in Gefahr»

Liberales Dispensierrecht gefordert

Ärzte: „Apotheken-Krise auf dem Land“»

Augenerkrankungen

Kurzsichtigkeit: Kontaktlinse für Kinder zugelassen»
Pharmazie

Sinkende Verordnungszahlen

Antibiotikaverbrauch: Info-Kampagnen zeigen Wirkung»

Schmerztherapie

Kegelschnecken-Gift statt Morphium»

Infektionskrankheiten

Antibiotika: Weniger Neueinführungen – mehr Resistenzen»
Panorama

Prävention

Griechenland: Strikte Rauchverbote und hohe Strafen»

Bundesverfassungsgericht

BtM zur Selbsttötung: Karlsruhe muss entscheiden»

GKV-Bündnis für Gesundheit

Kassen fördern Gender-Forschung»
Apothekenpraxis

Lieferengpass

Gardasil: Außendienst empfiehlt Versandapotheken»

Amtsapothekerinnen bestätigen QMS

Kölner Apotheke darf wieder Rezepturen herstellen»

Feuerwehreinsatz in Duisburg

Inhaberin (28): Chemieunfall beim Entrümpeln»
PTA Live

Nahrungsergänzungsmittel

Vitamin D: Aus dem Mangel in die Überdosierung»

Veterinärmedizin

Tierische Hausapotheke: Alles für Hund & Katz»

Bewährungsstrafe für PTA

Jahrelang aus der Kasse bedient: PTA verurteilt»
Erkältungs-Tipps

Übertragungswege

Verbreitung von Krankheitserregern»

Husten bei Kindern

Pseudokrupp: Lebensbedrohliche Atemnot»

Heilpflanzenporträt

Echinacea: Die Erkältungspflanze»
Magen-Darm & Co.

Darmerkrankungen

Divertikel: Darmausstülpungen mit Risiken»

Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Zöliakie: Gluten vs. Darm»

Heilpflanzenporträt

Sennesfrüchte: Natürlich abführen mit Einschränkungen»
Kinderwunsch & Stillzeit

Wochenbettdepression

Vom Tief nach der Geburt»

Behördengänge

Geburtsurkunde, Krankenkasse & Co. – An alles gedacht?»

Schwangerschaftveränderung

Wenn nicht nur der Bauch wächst»