Gut beraten im Weltkulturerbe

, Uhr aktualisiert am 01.08.2019 11:48 Uhr

Berlin - Im niedersächsischen Goslar müssen sich die Stammkunden der Hirsch-Apotheke die Offizin gerne mal mit Touristen teilen. Denn die Apotheke liegt inmitten der von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannten Altstadt und steht unter Denkmalschutz. Inhaberin Dr. Annegret Haars leitet den Betrieb in vierter Generation und hat stets das historische Ambiente des Traditionshauses bewahrt.

Die Innenstadt von Goslar mit ihren zahlreichen Fachwerkbauten ist ein echter Touristenmagnet. Unweit des Marktplatzes liegt die 1780 im Haus am Schuhhof errichtete Hirsch-Apotheke. Wer sie betritt, fühlt sich rund 200 Jahre in die Zeit des Biedermeier zurückversetzt. Denn Inhaberin Haars setzt bei der Einrichtung auf das Bewahren des originalen Aussehens der Offizin.

Das lockt Gäste aus aller Herren Länder an, die in die Apotheke strömen und sich vom zwei Jahrhunderte alten Flair verzaubern lassen. Sogar ins japanische Fernsehen hat es die Hirsch-Apotheke bereits geschafft: „Da lief eine Dokumentation über den Harz, in der wir kurz zu sehen sind“, berichtet Haars stolz. Auch einen eigenen Wikipedia-Artikel zur Apotheke gibt es. Die Kunden stören sich derweil nicht an den Schaulustigen. Dafür sorgen Haars und ihre Angestellten schon: „Unsere Stammkunden genießen natürlich immer Vorrang. Wir legen viel Wert auf die Beratung. So arrangieren sich alle miteinander. Manchmal kommen die Kunden sogar mit den Gästen ins Gespräch.“

Regelmäßig stehen die Stadtführer vor der Tür und fragen, ob sie ihre Touristengruppen einmal durch die Offizin führen dürfen. Die Hirsch-Apotheke liegt nicht nur in der Weltkulturerbe-Altstadt Goslars, sondern steht auch als Einzeldenkmal unter Denkmalschutz. Das hat jedoch nicht nur Vorteile: „Bei der Einrichtung oder wenn einmal etwas renoviert werden muss, machen es einem die Denkmalschutzregeln schon schwer“, erzählt Haars. Den Spagat zwischen Tradition und Moderne bewältige sie dennoch gut: „Was PCs und Software angeht, sind wir selbstverständlich auf dem neuesten Stand.“ Die Rezeptur eines Kräuterelixiers, das bereits vor 200 Jahren in der Apotheke angeboten wurde, wird regelmäßig nach den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen angepasst.

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