Spiegel-TV: SPD-Chef jobbt in Apotheke

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Berlin - Spiegel TV enthüllt exklusiv: SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz jobbte am Mittwoch in einer Apotheke in Würselen als Aushilfe. Während Politikerkollegen im Wahlkampf gern lokalpressewirksam für ein flottes Stündchen in Apotheken auftauchen und danach gleich wieder abreisen, wollte Schulz es ganz genau wissen: Er verdingte sich für einen ganzen Tag und machte anschließend auch noch den Botendienst mit.

Dass eine Offizin ein glattes Parkett ist, lernte Schulz schon nach zwölf Minuten. Eine Patientin, die Hustensaft brauchte, wollte es genau wissen: „Macht das Zeug süchtig? Haben Sie ‚Opium fürs Volk‘ gesehen?“ Die Sendung von Spiegel TV mit dem Apotheker, der Betäubungsmittel herausgibt. Schulz, der kaum eine Gelegenheit auslässt, dem Volk mitzuteilen, dass er vor vielen Jahren seine Alkoholsucht überwunden hat, konnte sie beruhigen: „Wir in Würselen verkaufen keine Schmerz- und Hustenmittel, die Sie abhängig machen könnten.“ Wie leicht einem dies doch über die Lippen kommt, wenn man Politiker ist!

Weil er der Patientin stattdessen Salbeibonbons für 2,99 Euro verkaufte, bekam Schulz hinterher vom Chef einen Rüffel. Ein etwas teureres Produkt hätte es schon sein dürfen, teilte ihm der Inhaber mit und schickte ihn los, den Botendienst zu erledigen. Schulz zog von dannen, das waren sie also, die miesen Tricks der Gesundheitsbranche. Wenigstens hatte er keine Fälschung verkauft.

An der frischen Luft verflog sein Ärger, und so sorgte er dafür, dass den Apothekern doch noch ein ganzer Satz im SPD-Regierungsprogramm gewidmet ist: „Die Kompetenz der Apothekerinnen und Apotheker muss in die Versorgungsstrukturen effizient mit eingebunden werden.“

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