2,6 Millionen Euro: DocMorris verklagt Apothekerkammer

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Berlin -

Normalerweise wird DocMorris verklagt, doch jetzt dreht die Versandapotheke den Spieß um: Bereits am 28. Dezember wurde beim Landgericht Düsseldorf (LG) Klage gegen die Apothekerkammer Nordrhein (AKNR) eingereicht. Weil deren Juristen über Jahre hinweg gegen die verschiedenen Bonusmodelle von DocMorris prozessiert hatten, fordert DocMorris nun Schadenersatz: 2,6 Millionen Euro.

Jahrelang hat DocMorris mehr oder weniger versteckt Rx-Boni gewährt, obwohl dies gegen deutsches Recht verstieß. Die AKNR hatte die Versandapotheke deshalb mehrfach verklagt und war vor Gericht auch erfolgreich: Schon Ende 2012 hatte die Kammer eine einstweilige Verfügung vor dem Landgericht Köln (LG) erwirkt. Die Richter sahen im „Arzneimittelcheck“ einen getarnten Rx-Bonus und verboten auch Abwandlungen des Rabattmodells der Zur Rose-Tochter. Das Oberlandesgericht Köln (OLG) bestätigte die Entscheidungen.

DocMorris vertritt den Standpunkt, dass die Rx-Boni fälschlicherweise für unzulässig erklärt wurden und die Verbote damit von Anfang rechtswidrig waren. In diesem Fall kann laut Zivilprozessordnung Schadenersatz geltend gemacht werden, allerdings müssen der Schaden konkret beziffert und ein kausaler Zusammenhang nachgewiesen werden.

Bei DocMorris gibt man sich zuversichtlich, seine Forderungen durchzusetzen. Juristen zweifeln an den Erfolgsaussichten: In der Rechtsprechung kommt es extrem selten vor, dass Schadenersatzklagen erfolgreich sind. Allenfalls Kosten lassen sich geltend machen, entgangene Umsätze lassen sich so gut wie nie nachweisen. Entsprechend verwundert zeigen sich Beobachter über die Aktion. Auch strategische Erwägungen dürften angesichts der geringen Erfolgsaussichten keine Rolle spielen. Und DocMorris müsste im Verfahren schwierige Nachweise führen, die auch Interna ans Licht bringen würden.

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