Versandhandel

Amazon, der Rest sind Peanuts Patrick Hollstein, 12.04.2017 14:28 Uhr

Berlin - Wenn Amazon ins Arzneimittelgeschäft einsteigt, wird es ernst. So sieht es Fabian Kaske, Geschäftsführer der Marketingagentur Dr. Kaske. Bei VISION.A, der Digitalkonferenz von APOTHEKE ADHOC und Apotheken Umschau, skizzierte er, mit welchem Giganten es die Apotheken zu tun bekommen würden.

Laut Kaske setzt Amazon in Deutschland 13,2 Milliarden Euro um, von Dritten über die Plattform generierte Erlöse inklusive. Zum Vergleich: Alle Versandapotheken zusammen kommen gerade einmal auf 877 Millionen Euro. Anders ausgedrückt: Um unter die Top-10 der Versandapotheken zu kommen, müsste der Konzern gerade einmal 0,2 Prozent seines Umsatzes mit Apothekenartikeln erzielen. Der Branchenprimus Shop-Apotheke macht gerade einmal 1 Prozent des Umsatzes von Amazon.

Für seine potenziellen Partner bringt der Gigant laut Kaske gewaltiges Kundenpotenzial mit: 44 Millionen Deutsche kaufen regelmäßig bei Amazon. Zum Vergleich: Bei allen anderen Webshops wie Zalando, Otto und Conrad kommen nur 7,6 Millionen regelmäßige Käufer zusammen. Und das Beste für Amazon: 17 Millionen Kunden sind mittlerweile bei Prime – haben sich also mehr oder weniger fest an den Konzern gebunden.

Den Apothekenmarkt sieht Kaske in einer vulnerablen Situation: Ab einem Versandhandelsanteil von 20 Prozent geraten seinen Erfahrungen nach die stationären Händler nämlich unter Druck. Beispiel Buchmarkt: Als Amazon die kritische Schwelle nahm, ging 2011 die US-Buchhandelskette Borders in die Knie, die immerhin doppelt so groß wie Thalia und Hugendubel zusammen war. Beispiel Elektronikfachhandel: Radioshack, zweimal größer als Mediamarkt, musste 2015 Insolvenz anmelden.
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