Versandhandel

Kaske: Amazon fängt als Marktführer an

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Berlin -

Wenn der Internetriese Amazon im Arzneimittelmarkt ernsthaft mitmischen sollte, wäre das für die Branche ein heftiger Einschnitt, da sind sich alle einig. Laut Fabian Kaske von der Marketing-Agentur Dr. Kaske könnte der Einschlag kurz bevorstehen. Er erwartet, dass sich Amazon relativ zeitnah die Shop-Apotheke einverleiben wird. Gerüchte hierzu gibt es tatsächlich schon seit dem Herbst, die seinerzeit allerdings dementiert wurden.

Amazon hat unlängst die Umsatz-Ergebnisse für Deutschland veröffentlicht. 2017 ist der Konzern demnach im Vergleich zum Vorjahr um 17,4 Prozent gewachsen. Der Umsatz stieg also auf etwa 15 Milliarden Euro. Der Gesamtumsatz lag bei 177,9 Milliarden US Dollar (umgerechnet 144,3 Milliarden Euro).

Kaske zufolge wächst der weltgrößte Online-Versandhändler nicht nur kontinuierlich weiter, sondern möchte nun auch in den Apothekenmarkt einsteigen. „Der Online-Verkauf von Arzneimitteln braucht branchenspezifisches Know-how. Die Qualität der Informationen und die Darstellung der Produkte sind, neben dem Preis, ausschlaggebende Auswahlkriterien für die Kunden“, so Kaske.

Bereits heute gehört Amazon laut Kaske im Geschäft mit OTC-Arzneimitteln zu den Schwergewichten der Branche: „Amazon ist unter den Top 5 im OTC-Markt nach Umsatz.“ Mit weiteren Vorstößen sei zu rechnen. Kaske kann sich nicht vorstellen, dass es Amazon bei der bisherigen Kooperation der Münchener Bienen-Apotheke im Rahmen von „Prime Now“ belässt. Das reiche nämlich nicht, um mit den großen Versandapotheken zu konkurrieren.

Der Konzern plane daher einen vollständigen Einstieg in den Markt durch die Übernahme der Shop-Apotheke, vermutet Kaske. „Für die gesamten Online-Apotheken würde diese Übernahme existenzielle Auswirkungen mit sich bringen.“

Kaskes Agentur hat im Rahmen der Online-Apothekenstudie festgestellt, dass Shop-Apotheke die besten Gesamtergebnisse hat. Mit rund 209 Millionen Euro Umsatz im Jahr 2017 konnte demnach im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg um 44 Prozent verzeichnet werden. „Die Übernahme würde dem Konzern somit die direkte Marktführerschaft in Deutschland gewährleisten“, so Kaske.

Im Gegensatz zu anderen Konkurrenten im Online-Apothekenmarkt gehe es Amazon nicht um Gewinn, sondern um Wachstum. Dies habe zur Folge, dass dementsprechend hohe Preisunterschiede entstehen und die Konkurrenz mit dieser Maßnahme nicht mithalten könne, erwartet Kaske. „Wenn Amazon in den Markt kommt, wird sich die Entwicklung um einige Jahre beschleunigen“, so der Geschäftsführer der Agentur. Auf lange Sicht werde sich Amazon einen großen Marktanteil im Online-Apothekenbereich sichern.

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