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Eine PZN pro Krankenkasse Alexander Müller und Silvia Meixner, 14.04.2018 07:44 Uhr

Berlin - Unklare Verordnungen sind für alle Beteiligten ein Graus. Die Apotheke muss den Arzt nerven, der Arzt ein neues Rezept ausstellen und der Patient muss warten. Neuester Kracher sind falsche PZN auf der Verordnung – Ärzte sind auch nur Menschen. Kassen nicht. Mehrere große planen deshalb jetzt, kassenindividuelle PZN einzuführen. Die Folgen sind gleichermaßen furcht- und absehbar.

Was es jetzt schon gibt: Die PZN soll seit Monatsanfang auf der Verordnung ihren Platz finden, um Fehlinterpretationen in der Apotheke und entsprechende Rückfragen in der Arztpraxis zu vermeiden. In der Theorie. In der Praxis tauchen natürlich falsche Verordnungen in der Offizin auf. Und was droht dann? Nullretax. Obwohl das natürlich eigentlich niemand möchte.

Und daher kommt die Idee einer eineineindeutigen PZN: für jedes Rabattarzneimittel jeder Kasse eine Nummer. Die Hersteller müssen nicht unterschiedliche Packungen auf den Markt bringen, wohl aber das bisherige Design anpassen, damit alle teilnehmenden Kassen mit individueller PZN abgebildet sind.

Der Arzt darf nur noch die PZN aufschreiben und die Apotheke nur noch dieses Präparat abgeben. In der ersten Stufe muss die Nummer in Praxis und Offizin per Hand eingegeben werden – was natürlich ein gewisses Regress- und Retaxationsrisiko mit sich bringt. Das lässt sich aber nicht ändern. Die Apotheker und Ärzte könnten ja aufpassen, heißt es. Wahrscheinlich. Es wird wirklich immer schwieriger, sich etwas auszumalen, was es nicht als realen Wahnsinn schon gibt. Füttert Satire am Ende die Realität?

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