Rowa-Crash: Inhalt statt Haftpflicht

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Berlin - Geht in der Apotheke ein Gerät zu Bruch, kann das für den Inhaber teuer werden. Mit der falschen Versicherung muss der Chef für Mitarbeiterschäden selbst aufkommen. Im Fall des kaputten Rowa-Greifers kommen auf die Apothekerin mehrere Tausend Euro für den Ersatz zu. Inhaber können sich mit einer sogenannten All-Risk-Inhaltsversicherung vor einem finanziellen Schaden schützen.

Schäden durch Angestellte können passieren. Im Fall von Carolin Ernst hat ein Mitarbeiter einen Hocker versehentlich im Kommissionierautomaten stehen gelassen. Als der Greifer das nächste Mal eine Packung aus einem Regal holte, krachte er gegen den Schemel und brach ab. Der Steinach-Apotheke in Neckarsteinach entstand ein Schaden von rund 23.000 Euro. Das Ersatzteil muss Ernst selbst bezahlen, da sie nicht über Rowa versichert war und ihre Versicherung nicht einspringt.

„Solche Schäden passieren durchaus öfter“, sagt Versicherungsexperte Michael Jeinsen. Die Haftpflichtversicherung sei in diesem Fall die falsche Police. Inhaber sollten darauf achten, dass sie eine All-Risk-Inhalts- und Werteversicherung oder alternativ eine zusätzliche Elektronikversicherung haben. Dabei sei wichtig, wer als Repräsentant eingetragen ist. Zusätzlich zum Inhaber sollte das höchstens der Vertreter sein, so Jeinsen. „Die anderen Mitarbeiter sind dann mitversichert, wenn sie etwas in der Apotheke kaputt machen.“

Ein seriöser Versicherungsanbieter sollte Apotheken nur Verträge anbieten, in denen nicht alle Mitarbeiter gleichzeitig Repräsentanten sind. „Nur diese Angebote kann man einem Apotheker ernsthaft empfehlen“, sagt Jeinsen. Denn wenn etwas durch einen Mitarbeiter zu Schaden komme, könne es sehr teuer werden. Programmiere der Angestellte beispielsweise die Klimaanlage falsch und die Temperaturen stiegen plötzlich, sei das Warenlager in Gefahr. Außerdem gebe es in der Offizin sehr viele hochpreisige Geräte.

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