Rechtsschutz für PTA – sinnvoll?

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Berlin - In der Apotheke können Fehler teuer werden. Wie im Fall der PTA, die versehentlich Clozapin statt Clopidogrel bestellte. Sie sah sich vor Gericht wieder und stand vor der Wahl, 500 Euro Strafe zu zahlen – oder den Prozess weiterzuführen und schlimmstenfalls noch ein teures Gutachten zahlen zu müssen. Gegen solche Fälle würde man sich gern absichern. Doch was ist sinnvoll?

„Jeder sollte eine Haftpflichtversicherung besitzen, in der ein passiver Strafrechtschutz enthalten ist“, sagt der Berliner Versicherungsmakler Michael Jeinsen. Dieser hilft, Kläger mit nicht gerechtfertigten Schadensansprüchen abzuweisen. Denn zur Aufgabe der Haftpflicht sollte es stets auch gehören, den Vorwurf einer Straftat – aus einer Arzeimittelverwechselung kann schnell eine Körperverletzung werden – als ungerechtfertigt zu beweisen. Haftpflichtpolicen mit passivem Strafrechtsschutz übernehmen dann die Anwalts- und Gerichtskosten. Sie kommen gegebenenfalls auch für Sachverständigenkosten auf.

Die Haftpflichtversicherung deckt lediglich die Abwehr nicht rechtmäßiger Ansprüche ab; eigene Forderungen können damit nicht verfolgt werden. Dafür braucht es eine Rechtsschutzversicherung. „Den Privat-Rechtsschutz würde ich als 'Kategorie-2-Versicherung' bezeichnen – allein muss man ihn nicht zwingend haben. Aber wer Kinder hat oder regelmäßig am Straßenverkehr teilnimmt, sollte zumindest Familienrecht oder Verkehrsrecht absichern“, so Jeinsen. Bei jungen Menschen, die weder Familie noch Wohneigentum haben, koste die Versicherung je nach Inhalten zwischen 150 und 230 Euro im Jahr.

Im Arbeitsumfeld hilft ein privater Berufsrechtsschutz nicht immer: Bei Problemen im Job würde die Rechtsschutzversicherung bei arbeitsrechtlichen Themen greifen. „Wenn die Ursache jedoch eine dienstliche Anweisung war, wie zum Beispiel bei fehlerhaften Rezepturen oder Defekturen, die zu Schäden bei Dritten führen könnten, ist in aller Regel der Inhaber in der Verantwortung“, erklärt Jeinsen.

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