Pille danach: Unterhalt vom Apotheker

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Berlin -

Die Entlassung der „Pille danach“ aus der Rezeptpflicht stellt die Apotheker nicht nur in Sachen Beratung vor neue Herausforderungen, sondern womöglich auch in juristischen und versicherungsrechtlichen Fragen. Denn Fehler bei der Abgabe können langfristige Folgen haben – im schlimmsten Fall müssten Apotheker womöglich für ein Kind sorgen, bis es volljährig ist. Das kann teuer werden.

Laut Apothekenbetriebsordnung (ApBetrO) muss die Beratung in der Apotheke die notwendigen Informationen über die sachgerechte Anwendung des Arzneimittels, eventuelle Neben- und Wechselwirkungen und die sachgerechte Aufbewahrung umfassen. Bei OTC-Präparaten muss außerdem festgestellt werden, „ob das gewünschte Arzneimittel zur Anwendung bei der vorgesehenen Person geeignet erscheint“ oder ob der Gang zum Arzt zu empfehlen ist.

Kritisch könnte es beispielsweise werden, wenn die Patientin in der Apotheke nicht darauf hingewiesen wird, dass die „Pille danach“ bei übergewichtigen Frauen womöglich weniger oder gar nicht wirksam ist – und die Frau trotz Notfallkontrazeptivum schwanger wird und das Kind bekommt. „Schlimmstenfalls müsste der Apotheker die Kosten für die Erziehung tragen“, erklärt Rechtsanwalt Dr. Morton Douglas von der Kanzlei Friedrich Graf von Westphalen. Im Arzthaftungsrecht stellen die Unterhaltskosten für ein ungewolltes Kind einen ersatzfähigen Schaden dar.

Entsprechende Urteile gegen Ärzte gibt es bereits, sogar vom Bundesgerichtshof (BGH). Wird Medizinern ein Fehler nachgewiesen, müssen sie bis 270 Prozent des Regelbetrags der jeweiligen Altersstufe der Regelbetragsverordnung abzüglich Kindergeld zahlen.

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