Schadenersatz

1200€-Retax: Chef zerrt PTA vor Gericht Patrick Hollstein, 29.08.2018 10:11 Uhr

Berlin - Retaxationen sind ärgerlich, vor allem, wenn sie leicht zu vermeiden gewesen wären. Ein Inhaber aus Rheinland-Pfalz musste der AOK knapp 1200 Euro zurückzahlen. Aus seiner Sicht war eine PTA in Probezeit für den Fehler verantwortlich, deshalb wollte er das Geld von ihr zurück. Vor dem Landesarbeitsgericht bekam jedoch die längst gekündigte Angestellte recht.

Es ging um einen Fall aus dem Jahr 2012. Die damals 44-jährige PTA war seit Juni in der Apotheke angestellt, für ihre Vollzeittätigkeit erhielt sie 1837 Euro, das damalige Tarifgehalt für Berufseinsteiger. Ende Juni, also nur wenige Wochen nach ihrem Start, nahm sie ein Rezept über Faslodex 250 mg und Bondronat 6 mg an. Vom Bisphosphonat hatte der Arzt eine Durchstechflasche verordnet; da das Präparat nicht vorrätig war, bestellte die PTA es beim Großhandel.

Aus Versehen wurde offenbar die Großpackung à 5 Stück bestellt, jedenfalls retaxierte die AOK ein Jahr später den Differenzbetrag: Statt 1770 Euro hätten nur 369 Euro abzüglich Rabatten abgerechnet werden dürfen, für den Schaden von 1170 Euro musste der Apotheker aufkommen.

Der sah den Fehler aber bei seiner ehemaligen Angestellten, die er einige Monate zuvor gekündigt hatte. Die PTA sei in der Probezeit nicht berechtigt gewesen, das Rezept eigenständig zu bearbeiten. Bei Abschluss des Arbeitsvertrags habe sie eine Belehrung unterzeichnet, dass ab einem Warenwert von 500 Euro eine Prüfung durch einen Apotheker erforderlich sei. Die entsprechenden Verordnungen würden dann in einen roten Umschlag gesteckt und in den Safe gelegt. Dies werde vom Rechenzentrum so verlangt.

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