Arbeitsrecht

Strafkasse für Apothekenmitarbeiter Julia Pradel, 11.03.2015 09:37 Uhr

Berlin - Die PTA hat den Rabattvertrag nicht beachtet, der Pharmaziestudent beim Kassieren einen Zahlendreher und die angestellte Apothekerin zum wiederholten Mal nicht auf das Aut-idem-Kreuz geachtet. In der Apotheke können viele Fehler passieren, deren Behebung Zeit und Geld kostet. Auf die Mitarbeiter abwälzen dürfen Inhaber die Kosten aber nicht – auch nicht in Form einer Strafkasse, in die bei Fehlern eingezahlt werden muss.

Wenn wiederholte Erklärungen und Ansprachen nichts nutzen, fällt manchem Apothekenleiter womöglich aus seiner Kindheit das Sparschwein für Schimpfworte ein. „Wer nicht hören will, muss fühlen“, so das Motto. Zumindest in einigen Apotheken gibt es solche Strafkassen: Wer einen Fehler macht, muss zahlen.

Verschiedene Szenarien sind denkbar: So kann sich ein Team gemeinsam motivieren, im Beratungsgespräch das Wort „müssen“ zu vermeiden – etwa bei vermeintlich typischen Satz „Wir müssen Ihnen das bestellen“. Jedes Mal, wenn es einem Mitarbeiter über die Lippen rutscht, werden ein paar Cent eingeworfen, und von dem gesammelten Geld wird irgendwann Kuchen für die gemeinsame Kaffeepause gekauft. Bei „Bußgeldern“ von bis zu 10 Euro wegen eines Fehlers bei der Abgabe hört der Spaß zumindest für die Mitarbeiter auf.

Aber egal, ob das Geld in eine gemeinsame Kaffeekasse oder die Refinanzierung von Retaxationen fließt – ohne Zustimmung der Angestellten ist eine Strafkasse nicht erlaubt: „Solch eine Regelung wäre total willkürlich und kann nicht per Dienstanweisung 'nach Gutsherrenart' durchgesetzt werden“, so die Rechtsanwältin Minou Hansen von der Apothekengewerkschaft Ade

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