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Pharmazie: Die Ausnahme-Studenten

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Berlin -

Pharmazie-Studenten ohne Abitur sind eine Rarität. Die Zahl der Studierenden ohne Hochschulabschluss ist zuletzt zwar leicht gestiegen. 2016 schlossen jedoch nur 18 Pharmazeuten ohne Abitur von insgesamt 2875 Absolventen ihr Studium ab; 2014 waren es nur acht von 2601. Wie viele Plätze mit Schülern besetzt werden, die sich über den beruflichen Weg für ein Studium qualifiziert haben, entscheidet eine festgelegte Quote.

Bei den Pharmaziestudenten ohne Abitur gab es zuletzt einen leichten Anstieg: Während es 2014 nur 164 Studenten von insgesamt 15.268 waren, stieg die Zahl in zwei Jahren auf 181 Studenten. Die Quote erhöhte sich nur leicht auf 1,1 Prozent und liegt damit deutlich unter dem fächerübergreifenden Durchschnitt. Das geht aus Zahlen des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) hervor.

Bei den Studienanfängern ist die Quote rückläufig. 2014 gab es mit 53 Studenten verhältnismäßig mehr Erstsemester ohne Abitur als 2016 (34 Studienanfänger). Insgesamt handelt es sich laut CHE um Ausnahmefälle. Lediglich 0,3 Prozent der Erstsemester haben sich ohne Abitur für das Studium eingeschrieben. An der Freien Universität Berlin sind es vor allem PTA, die ohne Abitur Pharmazie studieren. „Allerdings schließen die wenigsten ihr Studium ab“, sagt Professor Dr. Matthias Melzig, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Pharmazie.

Wenige Studienplätze werden vorab an bestimmte Bewerbergruppen vergeben. 2008 wurden im Staatsvertrag über die Errichtung einer gemeinsamen Einrichtung für Hochschulzulassungen Vorabquoten festgelegt. Die Universitäten können in einem Auswahlverfahren bis zu zwei Zehntel der Plätze für Spezialfälle vorbehalten. Dazu zählen „in der beruflichen Bildung Qualifizierte, die über keine sonstige Studienberechtigung verfügen“. Sie sind eine von sechs Gruppen, für die die Vorabquote in Frage kommt.

Laut CHE ist eine Vorabquote von lediglich 0,2 Prozent für Bewerber vorgesehen, die etwa über eine Berufsausbildung oder -tätigkeit verfügen. „Diese findet jedoch laut Auskunft der Stiftung für Hochschulzulassung derzeit keine Berücksichtigung, da diese spezifische Personengruppe unter bestimmten Voraussetzungen im regulären Vergabeverfahren berücksichtigt wird.“ Da die Anforderungen der Universitäten sehr unterschiedlich sind, werde empfohlen, sich bis zu einem Jahr vor Studienbeginn über nötige Unterlagen, Termine und Fristen zu erkundigen.

Der Weg zum Pharmaziestudium ist steinig: Jedes Bundesland hat andere Vorgaben, wie lange hauptberuflich als PTA oder PKA gearbeitet werden muss, bevor ein Pharmaziestudium angetreten werden darf. Potenzielle Apotheker müssen zudem unter Umständen eine Zugangsprüfung bestehen, bevor sie von den Universitäten angenommen werden. Die Prüfung kostet in den meisten Bundesländern 200 Euro. Das CHE rät, unter Umständen einen Antrag auf Anerkennung des bestandenen Tests eines anderen Bundeslandes zu stellen.

Bewerber um einen Studienplatz ohne Abitur müssen eine abgeschlossene Berufsausbildung sowie mehrere Jahre Berufserfahrung nachweisen. Dadurch erklärt sich, weshalb das Durchschnittsalter dieser Studentengruppe höher ist: Laut CHE ist die Hälfte der Studenten ohne Abitur zwischen 20 und 30 Jahren alt. Die 30- bis 40-Jährigen sind mit einer Quote von etwa einem Drittel relativ häufig vertreten.

Wer zuvor in einem Beruf gearbeitet hat, der keine berufliche Nähe zu Pharmazie aufweist, habe kaum Zugang zu einem Studienplatz. In einigen Bundesländern sei es jedoch möglich, durch Beratungsgespräch und Test eine Eignung zu beweisen. Empfehlenswert sei, zuvor ein Praktikum zu absolvieren. Dadurch gebe es einen „handfesten Beleg über ein hinlängliches Interesse“.

Nach den erfolgreichen Gesprächen und Tests muss die Bewerbung bei der Stiftung für Hochschulzulassung eingereicht werden. PTA und PKA mit hervorragenden Abschlussnoten können auch über die „Bestenquote“ einen Studienplatz erhalten. 20 Prozent der Plätze werden nach Abzug der Vorabquoten über den Notendurchschnitt im Abschlusszeugnis vergeben. Die Note des Berufsabschlusszeugnisses lässt sich mit einer erfolgreichen Teilnahme am Test für medizinische Studiengänge (TMS) aufbessern. 20 Prozent werden über die Wartezeit vergeben, 60 Prozent über ein individuelles Auswahlverfahren der Hochschulen. Das CHE rät Bewerbern, bis zu sechs Universitäten anzugeben, um die Erfolgschancen auf einen Platz zu erhöhen.

Die Zahl der Studenten ohne Abitur ist insgesamt in den vergangenen Jahren auf ein Rekordhoch gestiegen. Seit 2010 haben sich Studierende ohne Hochschulabschluss fächerübergreifend mehr als verdoppelt: 2016 waren es 57.000. Auch bei den Studienanfängern ist der Wert gestiegen und macht einen Anteil von knapp 3 Prozent aus. Die Studierenden- und Absolventenquote beträgt 2 beziehungsweise 1,5 Prozent. Die Zahl der Absolventen ohne Abitur liegt mit 7200 auf einem Höchstwert.

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