Ominöse Briefe: Easy auf Kaltakquise

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Berlin -

In den vergangenen Tagen erhielten zahlreiche Apotheken Post von Easy. Man wolle ein interessantes Projekt vorstellen, hieß es darin von den jeweiligen Vertriebsmitarbeitern. Mehr wurde nicht verraten. Vorstandschef Lars Horstmann erklärt, was es damit auf sich hat.

„Neues Projekt in Ihrer Umgebung“, waren die Briefe überschrieben, die für viele Empfänger genauso unverhofft wie nebulös waren. „Wir haben uns intensiv mit der Frage auseinandergesetzt, inwieweit wir unser Konzept erweitern können, um auch Sie mit Ihrer Apotheke unterstützen zu können“, hieß es darin. „Dazu haben wir ein neues Projekt entwickelt, das Sie unter Beachtung Ihrer regionalen sowie kundenorientierten Anforderungen dabei unterstützt, aktuelle Marktentwicklungen und Bedürfnisse Ihrer Kunden noch gezielter bedienen zu können.“

Weil er die Apotheke des Adressaten „als möglichen Projektpartner ausfindig gemacht“ habe, bat der jeweilige Regionalleiter in dem Schreiben um einen persönlichen Gesprächstermin, um sich „intensiver über das Vorhaben austauschen“ zu können. Konkreter wurde das Schreiben nicht. Mehrere Empfänger fragten sich, wie sie in den Genuss kommen konnten – zumal sie bereits Mitglied in anderen Kooperationen sind und dort teilweise auch leitende Funktionen übernehmen. Schnell machten die ersten Gerüchte die Runde, etwa dass Easy künftig auch Leistungen für Nichtmitglieder anbieten wolle.

Laut Horstmann wurden insgesamt 600 Apotheken in ganz Deutschland angeschrieben – ja, auch prominente Apotheker seien dabei – und im Übrigen habe man auch prominente Rückmeldungen erhalten. Worum es geht? Um das Projekt „easy Switch“, vulgo den Umbau von bestehenden Standorten in Easy-Apotheken. Ein Novum für das Franchisekonzept, das in der Vergangenheit stets auf Neugründungen gesetzt hatte. Das aber sei aufwändig und teuer, wie der Vorstandschef einräumt.

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