Die Apothekenkooperation Linda hat das Geschäftsjahr 2024/2025 erneut mit einer schwarzen Null abgeschlossen. Auch die Umsätze blieben auf niedrigem Niveau. Gemeinsam mit dem neuen Mitgesellschafter Phoenix will man in Köln künftig auf ein Leistungsportfolio setzen, das Mitgliedsapotheken wirtschaftlich stärkt und ihre Wettbewerbsfähigkeit sichert.
Die Umsätze für das im September abgeschlossene Geschäftsjahr 2024/25 beliefen sich auf 11,4 Millionen Euro und lagen damit auf dem Niveau der vergangenen fünf Jahre. Vor zehn Jahren hatte die Kooperation noch mit Rekorderlösen von 18,6 Millionen Euro abgeschlossen, danach ging es wegen des anhaltenden Rückgangs bei den Mitgliedern stetig bergab. Gebühren werden nur noch von Premiumapotheken erhoben; Phoenix zahlt für die Erbringung von Marketingleistungen.
Beim Jahresüberschuss konnte immerhin ein minimaler Gewinn von rund 100.000 Euro erzielt werden, nachdem es im Vorjahr noch 300.000 Euro waren. In den beiden Geschäftsjahren zuvor waren dagegen sogar Verluste von 130.000 beziehungsweise 911.000 Euro eingefahren worden. Auch hier hat die Kooperation früher deutlich besser dagestanden, mit Gewinnen im hohen sechsstelligen oder sogar siebenstelligen Bereich. Im Rahmen von Sparmaßnahmen hatte Linda dann auch Personal abgebaut, insbesondere im Bereich der Kundenberatung.
Nach wie vor hoch ist das Eigenkapital mit 8,4 Millionen Euro, alleine der Cashbestand dürfte nach wie vor bei knapp 7 Millionen Euro liegen. Auf die wenigen verbliebenen Vorzugsaktien soll eine Dividende von 4 Euro gezahlt werden, insgesamt 75.800 Euro. Der Löwenanteils des Bilanzgewinns von 4,9 Millionen Euro wird auf neue Rechnung vorgetragen.
„Dass wir das Geschäftsjahr 2024/2025 mit einem positiven Jahresergebnis abschließen konnten – trotz der hohen Unsicherheit für die Apothekenbranche aufgrund ausbleibender politischer Lösungen in zentralen wirtschaftlichen Fragen, zunehmendem Wettbewerbsdruck und der anhaltend angespannten Ertragssituation für Apotheken – ist ein klares Signal für die Zukunftsfähigkeit unserer Kooperation und unserer strategischer Initiativen“, ergänzte Sebastian Kropp, der seit Januar 2026 als stellvertretender Vorstand für Finanzen, IT, QM und Personal die Nachfolge von Dr. Christian Beyer angetreten hat.
Zu den Schwerpunkten im vergangenen Geschäftsjahr zählten laut Unternehmen insbesondere die Weiterentwicklung des Innovationsprogramms „Vision L“ in Kombination mit der Einführung der „Linda Pioniere“. Diese Gruppe von besonders leistungsstarken Premiumapotheken habe durch regelmäßige Teilnahmen an Umfragen und Pilotprojekten für eine schnellere und konsequent an den Bedürfnissen von Apothekenteams ausgerichtete Umsetzung neuer Lösungen für Mitgliedsapotheken gesorgt. Mit den neu ernannten Linda-Markenbotschaftern habe auch die Mitgliederakquise – in engem Schulterschluss mit Phoenix – Verstärkung bekommen.
Ebenfalls gemeinsam mit Phoenix habe man im vergangenen Geschäftsjahr den Launch der OTC-Eigenmarke „Linda Apotheken“ vorbereitet, welcher im laufenden Geschäftsjahr folgen soll.
„Gerade in einem zunehmend herausfordernden Marktumfeld zeigt sich, wie wichtig starke Kooperationen für die Zukunft inhabergeführter Vor-Ort-Apotheken sind“, erklärt Vorstandssprecher Volker Karg.
Das soll künftig nicht mehr alleine geschehen: Auf der Delegiertenversammlung des MVDA als bisherigem Eigentümer von Linda hatten sich die Delegierten in dieser Woche einstimmig für eine 50-prozentige Beteiligung von Phoenix an Linda ausgesprochen.
Gemeinsames Ziel sei es, die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Apotheken vor Ort auch in anspruchsvollen Zeiten zu sichern und weiter auszubauen. Die Wirksamkeit des Erwerbs stehe noch unter dem Vorbehalt des Eintritts weiterer Vollzugsbedingungen. „Wir sind gut aufgestellt“, so Dirk Vongehr, Inhaber der Linda Paradies Apotheke in Köln und Vorsitzender des Aufsichtsrats der Linda. „Umso wichtiger ist es jetzt, dass auch die politischen Rahmenbedingungen wieder verlässlicher werden und Apotheken die Unterstützung erhalten, die wir für eine weiterhin sichere und flächendeckende Medikamentenversorgung brauchen.“