Cora Eichhorn hat sich für die Vor-Ort-Apotheke entschieden. Im Sommer wird sie zwei Apotheken von ihrem Vater übernehmen. Die baldige Inhaberin freut sich auf ihre Selbstständigkeit. Angesichts des steigenden Kassenabschlags blickt sie aber auch mit Sorgen in die Zukunft. Geschätzt wird sie die Anhebung rund 2000 Euro pro Monat kosten. „Da ist es gut, dass die Apotheken einen nicht so hohen Rezeptanteil haben“, so die künftige Inhaberin von zwei Easy-Apotheken.
Seit 2022 führt Eichhorn die Easy-Apotheke in Mühltal als Filialleiterin. Nur wenige Monate nach der Approbation kehrte sie in den Familienbetrieb zurück. „Ich bin in der Apotheke aufgewachsen, meine Eltern sind beide Apotheker“, sagt sie. Während sich ihr Vater für die Selbstständigkeit entschieden hatte und aktuell noch vier Betriebe führt, zog es ihre Mutter in die Industrie. Wegen der hohen Arbeitsbelastung entschied sich Eichhorn gegen eine Anstellung bei einem Hersteller.
Die 28-Jährige ist im sechsten Monat schwanger und will Arbeit und Familie bestmöglich unter einen Hut bekommen. Deshalb übernimmt sie auch nicht die beiden anderen väterlichen Apotheken, die nicht in einer Kooperation sind. Beide Betriebe seien im Bereich Heimversorgung und Verblisterung tätig. „Das ist mir zu viel mit der Familiengründung“, sagt sie. Ein Kollege von ihr wird die beiden Apotheken übernehmen und ihr Vater kommt zur Unterstützung in ihr Team.
Eichhorn entschied sich bewusst für die beiden Easy-Apotheken. „Das Konzept passt gut zu mir. Es gibt viel Auswahl in der Offizin und man ist dadurch offener in der Beratung.“ Gerade beim aktuellen Longevity-Trend sei zu spüren, dass die Kundinnen und Kunden die breite Auswahl schätzten. „Das ist ein Vorteil für uns, wir haben eine ganze Wand voll.“
Außerdem kenne man immer eine andere Easy-Apothekerin oder einen -Apotheker, der eine ähnliche Apotheke habe, und könne sich bei neuen Ideen oder Problemen austauschen. Die beiden Apotheken erwirtschaften zusammen einen Umsatz von zwischen 7 und 8 Millionen Euro, der Rezeptanteil liegt bei etwa 40 Prozent.
Die Meldung über die geplante Anhebung des Kassenabschlags schockte die angehende Unternehmerin. „Das ist super gruselig, wenn man sich gerade selbstständig macht, ein super blödes Timing.“ Was wirklich am Ende fehle, sei schwer zu ermitteln, da die versprochene Honorarerhöhung noch nicht final sei. „Ich denke, mir fehlen im Schnitt rund 2000 Euro pro Monat.“ In der Apotheke fühle man sich, was politische Versprechen angeht, zwar nie sicher. „Aber ich habe mich zuletzt ein bisschen sicher gefühlt“, räumt sie ein.