Neubau geplant

Pacht gekündigt: Apothekerin gibt nicht auf

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Berlin -

Die Pachtung der Apotheke am Borgwallsee hat für Nele Wormsbächer ein jähes Ende gefunden. Die Apothekerin erhielt Ende März die Kündigung der Hausbesitzerin – nach vielen Diskussionen. Seit 2020 war sie an dem Standort in Negast und konnte kurzfristig im Nachbardorf neu eröffnen.

Wormsbächer ließ sich vor sechs Jahren auf einen Pachtvertrag ein, weil sie nach dem Studium noch nicht für die Übernahme einer eigenen Apotheke bereit war. „Ich wollte damals nicht sofort kaufen“, sagt sie. Verpächterin war ebenfalls eine Pharmazeutin, die ihre 1997 eröffnete Apotheke aus Altersgründen abgab. „Ich habe mich schnell eingefunden und es hat super funktioniert“, sagt ihre Nachfolgerin.

Interesse an Haus- und Apothekenkauf

Für Wormsbächer stand fest, dass es perspektivisch die Möglichkeit geben werde, die Apotheke mit Immobilie zu übernehmen. Das Holzhaus wurde 1997 für die Apotheke neu gebaut. 2023 habe es die ersten Gespräche über den Fortbestand der Apotheke und des Pachtverhältnisses gegeben, sagt sie.

Es sei um Änderungen bei der Parkplatzsituation gegangen und auch der von ihr erwartete Hauskauf rückte in den Hintergrund. Forderungen pro Parkplatz von monatlich statt 10 dann 100 Euro hätten im Raum gestanden. Dies hätte Mehrkosten von 450 Euro bedeutet. 2025 sei der Pachtvertrag ausgelaufen und man habe sich auf einen Preis geeinigt. Nur noch Kleinigkeiten sollten besprochen werden, als plötzlich eine Kündigung eintraf. „Mit einer Frist von zwei Wochen.“ Da das Schreiben jedoch ungültig gewesen sei, blieb die Apothekerin weiter in dem Gebäude.

Zweite Kündigung war rechtens

Die Verhandlungen liefen ihr zufolge wieder an. Doch Ende März sei die zweite, korrekte Kündigung gekommen, sagt sie. „Ich musste Ende Juni raus.“ Wormsbächer hatte sich zwischenzeitlich umgesehen und wollte mit einem Neubau in Negast eine neue Apotheke eröffnen. Doch das Bauprojekt ist noch nicht soweit fortgeschritten.

Glücklicherweise habe sich im Nachbarort in einem ehemaligen Ladengeschäft die Möglichkeit ergeben, kurzfristig eine Apotheke zu eröffnen. „Es war nicht meine Entscheidung wegzugehen. Ich hätte darauf gerne verzichtet.“ Doch mit Hilfe ihres Teams und Kolleginnen und Kollegen aus dem Umfeld gelang der Umzug innerhalb kürzester Zeit.

Die Borgwallsee-Apotheke von außen
Aus der Apotheke am Borgwallsee wurde im Nachbarort die Borgwallsee-Apotheke – Angestellte und Kolleg:innen halfen beim Umzug mit.Foto: Borgwallsee-Apotheke/Kati Mandelkow

Generalalphabet aus den 1960er Jahren

Anfang Juli eröffnete sie in Groß Lüdershagen – über Apothekenbörsen fand sie altes Mobiliar, etwa ein Generalalphabet aus den 1960er Jahren. „Ich musste alles in der Pacht-Apotheke lassen.“ Die neue Borgwallsee-Apotheke ist nur eine Übergangslösung. „Ich will zurück nach Negast. Dort ist eine große Gemeinde, wir sind zentral in der Dorfmitte mit Ärzten. Ich will den Dorfmittelpunkt dort mitgestalten.“

Dass der alte Standort nicht weiterhin erhalten werden konnte, versteht Wormsbächer nicht. „Es gibt Leute, die wollen eine Apotheke übernehmen und bekommen sie nicht. Jeder kann doch eigentlich glücklich sein, wenn er einen Abnehmer für seine Apotheke findet.“ Doch Negast soll nicht dauerhaft ohne Apotheke bleiben. 2028 soll der Neubau fertig sein. Bis dahin ist der Botendienst erweitert worden, um die Kundschaft weiterhin zu versorgen.

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