Franchisekonzept

Easy in der Welt der Wunder

, Uhr
Berlin -

Das Easy-Konzept ist unter Apothekern umstritten: gefeiert, verdammt, ausgelacht. Auf dem Spartensender RTL2 ist in der Sendung „Welt der Wunder“ ein Loblied auf das Modell erschienen. Den Machern ging es aber nach eigenen Angaben auch nicht darum, Easy von anderen Apotheken abzugrenzen, sondern die Idee eines Franchisekonzepts im Apothekenmarkt vorzustellen.

Der Beitrag ist in der aktuellen Folge der Serie „Franchise me“ erschienen und online bei Welt der Wunder verfügbar. Die TV-Serie war früher auf ProSiebenSat.1 zu sehen, hat aber heute einen eigenen Kanal. Alte Folgen laufen noch bei N24. In der Reihe sind bislang acht Episoden erschienen. Unter dem Motto „Innovation, Erfolg, Ideen, Mut – Alles um die Welt der Franchisemodelle“ werden Konzepte verschiedener Branchen vorgestellt.

Die Easy-Apotheken in die Sendung zu nehmen, sei der Tipp eines Franchiseberaters gewesen, berichtet Markus Voigt, der den Beitrag verantwortet. Vorgestellt wird die Kooperation als „System-Apothekenkonzept, das die Erfolgsfaktoren einer klassischen Apotheke mit denen des Einzelhandels verschmelzt“.

Das Konzept wird im Beitrag von Easy-Vorstand Lars Horstmann vorgestellt, außerdem berichten die Easy-Apotheker Lars Haselhorst und Annelore Bansemer von ihren Erfahrungen mit dem Konzept. Kritische Stimmen kommen nicht zu Wort, das sei aber auch nicht das Ziel gewesen, so Voigt: „Wir wollten das Konzept porträtieren, nicht positiv, nicht negativ und nicht im Vergleich zu normalen Apotheken.“ Allerdings gehe es bei allen Beiträgen darum, die Idee von Franchise nach vorne zu bringen. „Es gibt kein Land, in dem Franchise einen so schlechten Ruf hat wie in Deutschland“, so Voigt. Das liege auch daran, dass häufig nur über die – zweifellos auch vorhandenen – schwarzen Schafe berichtet werde.

Im Beitrag klingt das dann so: „Das Erfolgsmodell der Easy-Apothekenkooperation basiert auf der Franchise-Idee.“ Oder: „Kooperationspartner wie Lars Haselhorst profitieren von dem langjährig erprobten Konzept der Easy-Apotheke.“ Der Apotheker aus Niedersachsen habe mit seiner klassischen Apotheke immer größere Einbußen verzeichnet, „so dass er sich nach einer zukunftsweisenden Alternative umschaute“.

Und Kollegin Annelore Bansemer sei zunächst zögerlich gewesen, „doch das moderne Konzept und die Vorteile der Partnerschaft überzeugten“. Auch wenn es Voigt zufolge um eine neutrale Darstellung ging, klingt das Video – von Tonproblemen abgesehen – an einigen Stellen eher wie ein Werbefilm als wie ein redaktioneller Beitrag: „Die starke Marke und der bundesweit einheitliche Auftritt bietet Kooperationspartnern große Sicherheit. Durch die Systemzentrale in Düsseldorf erhalten sie umfangreiche Unterstützung.“

Dass die Stärke vieler Easy-Apotheken vor allem in einem großen OTC- und Freiwahlsegment liegt, mag zutreffen. Laut Beitrag sind sie damit „im Gegensatz zu klassischen Apotheken unternehmerisch deutlich unabhängiger von der Entwicklung auf dem Markt der Ärzte, der Gesundheitspolitik oder von pharmazeutischen Herstellern“. Ob Unabhängigkeit wirklich die größte Stärke eines Franchisekonzepts ist, sei dahingestellt.

Aber Easy möchte „die größte und vom Kunden begehrteste Apothekenmarke in Deutschland werden“, auch das wird erwähnt, außerdem zwei Zahlen: Im Jahr 2019 sei zum ersten Mal die Umsatzmarke von 300 Millionen Euro geknackt worden, das „ganzheitliche Omnichannel-Konzept“ werde täglich von 75.000 Kunden deutschlandweit genutzt.

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