Online-Lösungen für Vor-Ort-Apotheken

„Unsere Zukunft entsteht nicht auf fremden Plattformen“

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Berlin -

Apotheker Oliver Dienst versucht bereits zusammen mit seiner Familie und den Maxmo-Apotheken, die Vor-Ort-Apotheken zukunftsfest aufzustellen. Um mit den Versendern Schritt halten zu können, entstand bereits mit BRRY vor wenigen Jahren eine eigene CardLink-Lösung. Nun will Dienst die Digitalisierung weiter vorantreiben und hat seine nächste Idee mit BRRY Health umgesetzt: „Das ist eine Revolution.“

BRRY Health soll Gesundheitsdaten, Labordaten, soziale Faktoren, Einkäufe, E-Rezepte und Beratung in der Apotheke zusammenführen, so die Vision. Während Plattformen und Versender versuchen, im digitalen Business immer stärker zu wachsen, stelle sich die Frage: „Warum sollte die digitale Zukunft der Gesundheitsversorgung eigentlich außerhalb der Apotheke entstehen?“

So sei ein E-Commerce-System für die Apotheke vor Ort entstanden, ohne dass hier Plattformen oder andere Drittanbieter wären, die sich zwischen Apotheke und Patient:innen schieben. Stattdessen verstehe man sich als digitale Erweiterung der eigenen Apotheke, wo unabhängig von Zeit und Ort eingekauft und E-Rezepte eingelöst werden können. „BRRY digitalisiert nicht den Abstand zur Apotheke, sondern die Nähe“, so das Credo.

Neues Terminbuchungstool

„Die Zukunft der Apotheke entsteht nicht auf fremden Plattformen. Sie entsteht dort, wo Vertrauen schon heute vorhanden ist: in der Apotheke vor Ort“, so Apotheker Dienst. „BRRY soll der Apotheke die digitale Schlagkraft geben, die bislang vor allem Versandhändler und Plattformen für sich genutzt haben.“ Neben den bekannten Services komme nun auch ein Terminbuchungstool hinzu.

Hierüber könnten nun auch neue Leistungen wie Blutuntersuchungen, Gesundheitschecks oder andere pharmazeutische Dienstleistungen (pDL) direkt von den Patient:innen gebucht werden – und auch direkt bezahlt werden. Das gehe durch eine innovative Bezahllösung, für die Dienst VR Banking gewinnen konnte, die digitalen Finanzdienste der Volksbanken Raiffeisenbanken. Denn Dienste wie beispielsweise Paypal seien für solche Angebote nicht möglich. Durch die Buchung samt Bezahlung entstehen mehr Verbindlichkeit, bessere Planbarkeit und eine wirtschaftlich saubere Abwicklung.

Sogar das Kundenbindungsprogramm sei integrierbar: „Kontakte, Einkäufe, Umsätze, bestimmte Aktionen oder definierte Kundeninteraktionen können bepunktet oder direkt mit Coupons vergütet werden“, verspricht BRRY. „Damit entwickelt sich BRRY immer stärker zu einem digitalen Betriebssystem für die Vor-Ort-Apotheke: E-Commerce, Terminbuchung, Kundenbindung, Services, Kommunikation und Versorgung wachsen in einem System zusammen.“

Mit BRRY Health soll noch ein weiterer Entwicklungsschritt gegangen werden und die Gesundheitsdaten, die vor Ort gesammelt werden, direkt auch nutzbar werden. „BRRY Health ist unsere Revolution“, meint Dienst. „Es geht darum, mit Gesundheitsdaten das Beste für Patientinnen und Patienten herauszuholen. Immer freiwillig. Immer transparent. Immer im Sinne der Menschen, die der Apotheke ihre Daten anvertrauen.“

Daten-Basis statt Bauchgefühl

Apotheken vor Ort kennen ihre Kund:innen oft sehr gut, bei noch mehr Serviceleistungen, die hinzukommen, kommen auch noch mehr Daten zusammen. BRRY Health erweitere diese Datenbasis um weitere Informationen wie Allergien und Blutdruckwerte oder sogar Hobbys, Lebensgewohnheiten und Haustiere. So könne ein gesamtheitliches Gesundheitsdaten-Ökosystem entstehen.

„Vieles von diesem Wissen bleibt heute im Gespräch, im Bauchgefühl oder in einzelnen Systemen hängen“, so Dienst. „BRRY Health hilft dabei, dieses Wissen digital sichtbar, strukturiert und für die Versorgung nutzbar zu machen“ – eine „Datenfabrik Apotheke“. „Nicht, weil Daten verkauft werden sollen. Sondern weil in der Apotheke jeden Tag wertvolle Gesundheitsinformationen entstehen und strukturiert werden. Entscheidend ist, daraus Nutzen zu ziehen“, so Dienst.

Dienst betont, dass der Patient Herr seiner Daten bleibe. Die Apotheke bleibe Vertrauensort, BRRY Health liefere für alles lediglich die digitale Infrastruktur. „Wir müssen aufhören, Patientendaten immer nur als Risiko zu sehen“, sagt Dienst. „Richtig genutzt, transparent und im Sinne der Patientinnen und Patienten, sind sie eine riesige Chance für bessere Versorgung.“

Nicht auf externe Anbieter verlassen

Und Apotheken hätten damit das richtige Handwerkszeug, um sich für diese kommenden Entwicklungen nicht auf externe Anbieter verlassen zu müssen. „Externe Plattformen, Industriepartner und Drittanbieter sammeln Kundenzugänge, Gesundheitsdaten und Patientenbeziehungen, oft ohne dass die Apotheke langfristig davon profitiert oder sogar involviert ist“, heißt es von BRRY. „Die Daten sollen dort bleiben, wo sie entstehen: in der Apotheke und bei Patientinnen und Patienten.“

„Wir wollen nicht, dass die Gesundheitsdaten der Patientinnen und Patienten bei Plattformen, Drittanbietern oder Industriepartnern landen“, so Dienst weiter. „Sie gehören in die vertrauensvolle Beziehung zwischen Patientinnen und Patienten und Apotheke.“ Hinterlegen würden die Patient:innen ihre Daten einfach in der App ihrer Stammapotheke. „BRRY Health bedeutet: Die Apotheke sammelt nicht einfach Daten. Sie verwandelt Daten in bessere Versorgung“, sagt Dienst. „Die Apotheke vor Ort muss digital stärker werden, aber ohne ihre Seele zu verlieren.“

Den Prototypen will Dienst im September auf der Expopharm vorstellen, im Live-Betrieb soll das Ganze im November beim „BRRY meets Medice Future Campus“ gezeigt werden.

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