Dr. Fischer Gesundheitsprodukte

Jäger der verlorenen Schätze

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Berlin -

Er ist der Shootingstar am OTC-Himmel: Dr. Clemens Fischer hat in den vergangenen Jahren mit Naturwohl und Dr. Fischer Gesundheitsprodukte gleich zwei Hersteller aus dem Boden gestampft, deren gemeinsame Umsätze sich der Marke von 150 Millionen Euro nähern. Sein Konzept: Alten Schätzen zu neuem Glanz verhelfen. Sein Ziel: Neue Käuferschichten für sich und die Apotheken zu erschließen – und irgendwann vielleicht auch auszusteigen. Lactostop und Yokebe wurden bereits verkauft; Deseo, Taumea, Kijimea und Rubax dürfen vorerst unter seiner Verantwortung weiter wachsen. Weitere Kategorien sind geplant.

Fischer, Jahrgang 1975, studiert Medizin und nebenher BWL. 2001 kommt er als Produktmanager zu Novartis. Gleich sein erstes Projekt zum Thema Parallelhandel stößt auf Interesse beim damaligen globalen Pharmachef Thomas Ebeling, der den aufstreben Nachwuchsmanager unter seine Fittiche nimmt. Den Harvard-MBA in der Tasche, wird Fischer direkt in die Geschäftsleitung berufen, bekommt die Verantwortung für die Strategie und den Bereich Herz-Kreislauf mit Präparaten wie Rasilez, Galvus/Eucreas, Myfortic/Neoral und Diovan/Mono-Embolex.

Parallel ist er als Unternehmensberater tätig: Hexal betreut er bei der Einführung von Eryhtropoetin, die Hamburger Biotechfirma Evotec bei der Portfoliostrategie. Novartis hilft er dabei, verschiedene OTC-Marken zu verkaufen, auch beim strategischen Marketing für Voltaren/Voltaflex greift er den Kollegen aus der Selbstmedikation unter die Arme. Für die DKV erarbeitet er eine Reimportstrategie, die AOK Niedersachsen berät er in Sachen Vertragsmanagement. Auch der Finanzinvestor TVM Capital (Riemser) gehört zu seinen Kunden.

2007 entwickelt er ein Konzept, um Ärzte online anzusprechen. „Mir war immer klar, dass das Internet eine ganz große Sache wird“, erinnert er sich. Novartis übernimmt die Anfangsfinanzierung; offiziell steigt Fischer aber aus, um die Risiken für den Konzern gering zu halten. Parallel zieht er ein Bewertungsportal für Ärzte auf, das Novartis nach Projektabschluss zwar ebenfalls übernimmt, aber sofort einstampft.

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