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Suche nach Übernahmekandidaten

PharmaSGP will zukaufen

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Berlin -

PharmaSGP will einen Gang höher schalten: Nach einem längeren Wachstum aus eigener Kraft sucht der OTC-Hersteller aus Gräfelfing bei München nun Übernahmekandidaten. Im Blick hat er dabei sowohl Unternehmen als auch einzelne Produkte – und will durchaus Geld in die Hand nehmen, um das Wachstum zu befeuern.

Eigentlich wurde der OTC-Spezialist der Futrue-Gruppe von Dr. Clemens Fischer bisher eher selbst als Übernahmekandidat gehandelt. „Dass wir als interessantes Unternehmen gesehen werden, überrascht uns nicht“, sagt Finanzchef Michael Rudolf. Bisher ist das Unternehmen vor allem mit seinen beiden OTC-Analgetika Rubaxx gegen rheumatische Gelenkschmerzen und Restaxil gegen Nervenschmerzen in den Apotheken bekannt. Auch die Potenzmittel Deseo und Neuradin sowie das Schwindelmittel Taumea gehören zu den bekannten Marken im bisherigen Portfolio.

Und das scheint ordentlich zu laufen. „Uns geht es sehr gut, der Umsatz des ersten Quartals dieses Jahres war das beste Q1-Ergebnis der Firmengeschichte. Wir sind also hervorragend in das neue Jahr gestartet“, so Geschäftsführerin Natalie Weigand. „Aber uns geht es jetzt darum, neben den organischen Strategien noch schneller und noch besser zu sein, indem wir durch Akquisitionen wachsen“, hakt Rudolf ein.

Von der momentanen Coronakrise will man sich dabei nicht einschüchtern lassen. Ein Teil der Belegschaft ist bereits im Homeoffice, einen Infektionsfall unter den Mitarbeitern gab es bisher aber nicht zu vermelden. „Wir beobachten die Situation ganz genau. Für uns gibt es bisher keine wesentlichen Auswirkungen durch die Coronakrise“, sagt Rudolf. „Ganz wichtig: Wir sehen keine Notwendigkeit, unsere Aktivitäten für unsere M&A-Strategie auszusetzen oder zu verschieben. Wir treiben dieses Thema weiter mit Hochdruck voran.“

Dazu sitzt ein Team von Analysten in Gräfelfing und scannt nun mögliche Übernahmekandidaten, denn vieles scheint möglich: „Die Möglichkeiten, die wir uns vorstellen können, sind vielfältig: Es kann sich bei der Übernahme um ein Produktportfolio oder eine Firma handeln, national oder international“, erklärt Weigand. Außer im mit Abstand wichtigsten Markt Deutschland ist PharmaSGP derzeit auch in Frankreich, Italien, Spanien, Belgien und Österreich aktiv vertreten. „Für geplante Akquisitionen liegt unser Fokus auf OTC und auf natürlichen Arzneimitteln, sowohl Phytopharmaka als auch Homöopathika. Wir schauen uns aber auch andere Bereiche an, beispielsweise Dermakosmetika oder Rx.“

Der Fokus im Portfolio liege weiterhin auf der Schmerztherapie. „Wir schauen aber trotzdem auch mit großem Interesse nach anderen Indikationsbereichen“, so Weigand. Einzige Grenze ist der Absatzkanal: „Wir wollen weiterhin apothekenexklusiv bleiben“, versichert sie. Wichtiger scheint ohnehin die Größe des Zukaufs zu sein. „Wir schauen uns vor allem profitable Produktportfolios und Firmen an, die uns auch entsprechenden Umsatz bringen würden“, sagt Rudolf. Auch bei der Frage nach der Größe des Finanzrahmens und danach, ob die Übernahme aus eigener Kraft oder mit externer Unterstützung gestemmt werden soll, wolle man sich noch nicht festlegen. „Da schränken wir uns zunächst nicht ein – da ist sehr viel machbar. In Frage kommende Objekte müssen für uns aber eine relevante Größe von Umsatz und Profitabilität her haben.“

Der Zukauf solle zwar signifikant zum Wachstum beitragen, ein kleines Produkt werde aber trotzdem nicht prinzipiell ausgeschlossen, erklärt Weigand. „Möglichkeiten gibt es einige auf dem Markt. Klar ist, ein potenzielles Portfolio oder Unternehmen muss zu unseren strategischen Zielsetzungen passen“, so Rudolf. Auch im Ausland sei ein Zukauf prinzipiell möglich. „Das würden wir nicht ausschließen, wir schauen aber nicht aktiv nach neuen Märkten“, erklärt Weigand dazu. Schnell solle es trotzdem gehen. „Wir stehen gerade am Anfang des Prozesses. Wir haben aber einen Fokus darauf und können uns gut vorstellen, noch im laufenden Jahr einen Abschluss zu erreichen.“

Gleichzeitig will PharmaSGP seine Position jedoch auch weiterhin auch aus eigener Kraft stärken. Noch in diesem Jahr werde das Unternehmen „hochspannende Innovationen aus eigener Entwicklung“ auf den Markt bringen, kündigt Weigand an. In der Vergangenheit lief PharmaSGP sehr erfolgreich damit, Nischen zu identifizieren und mit passenden Produkten zu besetzen. Nicht selten stammen die Zulassungen aus den Archiven alteingesessener Hersteller, die PharmaSGP zu neuem Leben erweckt hat. Entsprechend fiel das 2009 gegründete Unternehmen in den vergangenen Jahren stets durch ihre hohen Wachstumsraten auf. Inklusive Auslandsgeschäft kommt die Gruppe in den vergangenen Jahren auf ein durchschnittliches jährliches Umsatzwachstum im mittleren zweistelligen Bereich.

 

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