ProSiebenSat.1 will in Apotheken | APOTHEKE ADHOC
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ProSiebenSat.1 will in Apotheken

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Berlin -

Der Medienkonzern ProSiebenSat.1 hat in den vergangenen Jahren über seine Beteiligungssparte Seven Ventures in Unternehmen und Produkte investiert: Yokebe und DrSlym sind Beispiele aus dem Arzneimittelbereich. Konzernchef Thomas Ebeling will nun die Brücke in den Einzelhandel schlagen: Er will Produkte in die Läden bringen, unter anderem in die Apotheken.

Um sich vom Werbegeschäft noch unabhängiger machen, will der Konzern nach einem Bericht des Manager Magazins eigene Gesundheitsprodukte in die Geschäfte bringen, die er auf seinen Sendern bewirbt. Nachdem ProSiebenSat.1 bislang stark auf digitalen Handel gesetzt habe, sei der direkte Handel mit eigenen Produkten nun der nächste Schritt.

Als Beispiele nannte er „Snacks für Veganer, Biokosmetik oder Diätprodukte“. So könne man davon profitieren, dass die Zuschauer der eigenen Kanäle älter würden. „Sobald wir eigene Produkte im Angebot haben, können wir damit auch aus der digitalen Welt hinausgehen in andere Absatzkanäle – Apotheken, Spezialgeschäfte für Nahrungsergänzungsmittel, Drogerien“, so Ebeling.

Erst im Sommer hat sein Konzern über die Tochterfirma 7Life die Mehrheit am Hersteller Windstar Medical übernommen. Die Gruppe zählt zu einem der führenden Anbieter von Gesundheitsprodukten außerhalb der Apotheke. Im Mass Market bietet das Unternehmen Marken wie Well & Slim, Greendoc, Vitalia und S-O-S an. Über den Online-Shop Goodvita werden die Produkte direkt verkauft.

7Life hat sich darauf spezialisiert, neue Geschäftsmodelle mit Partnerfirmen des Konzerns zu entwickeln und zu betreiben. Im Fokus stehen Synergien durch Entwicklung, Vermarktung und Vertrieb von maßgeschneiderten Produkten auf konzerneigenen Reiseportalen wie weg.de oder Online-Sportprogrammen wie „Mach Dich Leicht“, auf denen künftig gezielt Werbung für die Produkte der Windstar-Gruppe ausgespielt werden könnte.

Der Medienkonzern hält auch Minderheitsbeteiligungen an den Gesundheits- und Ernährungsportalen Kiweno und Vitafy sowie dem Parfümerie-Portal Flaconi.

Für Ebeling sind Apotheken kein unbekanntes Terrain. Von Hause aus Psychologe, hatte er bis 2008 für Novartis gearbeitet. Beim Pharmakonzern war er für den Geschäftsbereich Consumer Health verantwortlich. Aus dieser Zeit hat er noch viele Pharmakontakte, darunter Dr. Clemens Fischer von PharmaFGP, dem er später über eine Werbevereinbarung zum Erfolg verhalf.

Im Interview mit dem Manager Magazin kündigte Ebeling an, dass er seinen Vertrag nicht verlängern werde, der noch bis 2019 läuft. „Dann soll nach Möglichkeit auch Schluss sein“, sagte Ebeling. Mit einem Alter von dann 60 Jahren sollte man kein Medienunternehmen mehr leiten, so seine Begründung. Eher könne er sich eine Aufgabe bei einem Investor vorstellen oder „etwas Internationales“, sagte Ebeling. „Vielleicht werde ich mit 60 auch noch mal Coach und Business Angel.“

Medienkonzerne steigen zunehmend ins Handelsgeschäft ein. Nachdem eine Zeitlang Werbezeiten gegen Umsatz- oder Unternehmensbeteiligungen vergeben wurden, ist der direkte Zugang zum Kunden die logische Konsequenz. Über die Werbeschaltungen lässt sich steuern, welche Produkte abverkauft werden.

Der Werbekonzern Ströer etwa hat sich zunächst Portale wie t-online.de gekauft, um über Zugriff auf eigene Werbeflächen zu bekommen. Mit Vitalsana hatte sich der Konzern zuletzt eine Versandapotheke geschnappt, über die das Geschäft dann abgewickelt werden soll. Aktuell sucht der Konzern nach weiteren Übernahmekandidaten.

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