Versandhandel

DocMorris: Noweda erzwingt Rezepturhinweis APOTHEKE ADHOC, 06.02.2018 10:13 Uhr

Berlin - Die Noweda streitet mit DocMorris über die Rezepturherstellung. Aus Sicht des Großhändlers weist die niederländische Versandapotheke nicht korrekt auf bestimmte Ausschlüsse sowie die langen Lieferzeiten hin. Das Landgericht Düsseldorf hat im ersten Schritt auf Antrag der Genossenschaft zwei einstweilige Verfügungen erlassen. Die Entscheidungen sind noch nicht rechtskräftig.

Noweda wirft DocMorris vor, dass die Versandapotheke mit der Erstellung von Rezepturen wirbt, aber nicht auf gewisse Einschränkungen hinweist. Denn einige in Deutschland zulässige Rezepturen könnten aufgrund rechtlicher Gegebenheiten in den Niederlanden von DocMorris gar nicht hergestellt werden. Dazu zählten etwa Iod-haltige Mundspüllösungen oder Zubereitungen mit Ammoniumbituminosulfonat.

Aus Sicht der Noweda müsste DocMorris die Kunden auch darauf hinweisen, dass Rezepturarzneimittel in der Regel nicht innerhalb von zwei Werktagen geliefert werden könnten. Auch zu dieser Frage hat der Großhändler eine einstweilige Verfügung des Landgerichts erwirkt. Die Versandapotheke kann gegen diese Entscheidung allerdings noch Rechtsmittel einlegen. In den AGB von DocMorris heißt es: „Manche individuell anzufertigende Arzneimittel (Rezepturen) sind bei DocMorris nicht erhältlich. Bitte wenden Sie sich vor Bestellung einer Rezeptur an unseren Kundenservice unter 0800 480 8000 (kostenfrei).“

Noweda-Chef Dr. Michael Kuck erklärt den Vorstoß seines Unternehmens: „Unter anderem bei der Anfertigung von Rezepturen fällt der Versandhandel durch – im Vergleich zu Vor-Ort-Apotheken – lange Lieferzeiten oder Ablehnung von Rezepten negativ auf.“ Das seien nicht unerhebliche Details, über die Verbraucher schon im Vorfeld informiert werden müssten, da viele von ihnen ihr verordnetes Medikament kurzfristig benötigten, so Kuck. Sollte DocMorris nach Zustellung Rechtsmittel einlegen, wird der Rechtsstreit in einem noch folgenden Hauptsacheverfahren entschieden werden.

  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
Markt

Pharmakonzerne

Boehringer erweitert Onkologie-Portfolio»

„Ambitioniert, aber erreichbar“

So plant die Sanacorp bis 2023»

Telemedizin

Doctolib bringt eigenes eRezept»
Politik

Apothekenstärkungsgesetz

Grüne: Spahn will EuGH austricksen»

Regierungsumbildung

Spahn: Erst Apothekengesetz, dann Bundeswehr?»

Apothekenstärkungsgesetz

Schmidt: Hoch interessante Ansätze»
Internationales

Amazon

NHS bietet Sprechstunde bei Alexa»

Marektingmethoden

Reckitt: Milliardenstrafe wegen Suboxone»

Nach Wirksamkeitsstudie

Frankreich streicht Homöopathie auf Rezept»
Pharmazie

Sichelzellkrankheiten

Beschleunigte Zulassung für Crizanlizumab»

AMK-Meldung

Ausflockung bei Aripiprazol-Neuraxpharm»

Varizellen-Infektionen

Windpocken: Besser Paracetamol statt Ibu?»
Panorama

Personalnot

Traditionsapotheke schließt und hofft»

Alternativmedizin

Drei Tote: Bewährungsstrafe für Heilpraktiker»

Apothekenschwund

Sanimedius trennt sich von Steglitzer Filiale»
Apothekenpraxis

Apothekenstärkungspaket

Verordnung: 65 Millionen Euro für NNF und BtM»

Kommentar

Apothekengesetz: Die Zitterpartie beginnt»

Aus nach 400 Jahren

Einkaufstempel vertreibt historische Apotheke»
PTA Live

Philippinen, Bosnien und Herzegowina

Ausländische PTA-Schüler: „Sie sind sehr fleißig“»

LABOR-Download

Arbeitshilfe: Urlaubsvorbereitung»

LABOR-Debatte

Tattoos und Piercings: Problemfaktor im HV? »
Erkältungs-Tipps

Erkältungen in der warmen Jahreszeit

Mythos Sommergrippe»

Frische Brise

Erkältet durch die Klimaanlage»

Superinfektionen

Tonsillitis: Hochansteckende Halsentzündung»
Magen-Darm & Co.

Emesis

Tipps bei Übelkeit und Erbrechen»

Magen-Darm-Beschwerden

Lebensmittelvergiftung: Salmonellen & Co.»

Wenn der Wurm drin ist

Helminthose: Tipps bei Wurmbefall»
Kinderwunsch & Stillzeit

Schwangerschaft

Das erste Trimester: Von der Befruchtung bis zur Organentwicklung»

Frühschwangerschaft

B-Vitamine: Geheimwaffe für Schwangere»

Familienplanung

5 Tipps zum Kinderwunsch»