Amazon schneller als Pro Avo und Zukunftspakt

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Berlin - Mit der Einführung des E-Rezeptes im Jahr 2022 sehen sich die Vor-Ort-Apotheken der gestärkten Konkurrenz des Arzneimittelversandhandels konfrontiert. Laut Sempora-Apothekenmarktstudie 2020 mit 40 Entscheidern herstellender Pharmaunternehmen, 135 Apothekern sowie 1164 Konsumenten wird der Online-Handel zulegen. Unklar bleibt aber die Rolle der Apothekenplattformen. Obwohl Amazon noch immer nicht in den Apothekenmarkt eingestiegen ist, trauen insbesondere die Hersteller dem Onlineriesen die führende Rolle zu.

82 Prozent der befragten Apotheker sind der Meinung, dass das E-Rezept die stationäre Apotheke im Wettbewerb mit dem Versandhandel nicht stärken wird. Diese Einschätzung kann durch die Befragung der Verbraucher als bestätigt angesehen werden, so die Sempora-Studie: 35 Prozent der Konsumenten haben danach bereits Rezepte für verschreibungspflichtige Medikamente bei Versandapotheken eingelöst, das sind 3 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. 23 Prozent der Befragten lösen diese dort sogar regelmäßig ein, ein Plus von 4 Prozentpunkten. Ein Viertel der Befragten würde zur Einlösung eines E-Rezeptes sogar die Versandapotheke gegenüber der stationären Apotheke vorziehen und für 35 Prozent der Befragten macht die Einführung des E-Rezeptes den Versandhandel attraktiver.

Auch wenn fast zwei Drittel der befragten Apotheker der Meinung sind, dass ihre Apotheke gut auf die Einführung des E-Rezeptes vorbereitet ist, glauben nur 31 Prozent der Apotheker und 6 Prozent der Hersteller, dass stationäre Apotheken im Allgemeinen zum E-Rezept gut aufgestellt sind. Zwar sind 51 Prozent der Befragten der Auffassung, dass ihre Apotheke sich allen relevanten Apothekenplattformen anschließen muss, um das E-Rezept bedienen zu können, jedoch sind im Vergleich dazu lediglich 17 Prozent bereit, sich der geplanten E-Rezept-Plattform von DocMorris anzuschließen.

Aus Hersteller-Sicht stellt die Plattform des Versandhändlers jedoch durchaus eine erfolgversprechende Option für stationäre Apotheken dar. Die Hälfte der befragten Hersteller glaubt, dass sich die E-Rezept-Plattform von DocMorris im Markt etablieren wird. „Durch das E-Rezept wird die Plattform-Ökonomie in der Pharmawelt einen Boost erleben. Wem es hier schneller und besser als dem Wettbewerb gelingt, eine starke Marke zu etablieren, wird massiv profitieren“, prophezeit Sempora-Partner Ulrich Zander. Die Mehrheit der befragten Apotheken ist allerdings auch der Ansicht, dass das E-Rezept helfen wird, im lokalen Umfeld Kunden zu gewinnen. 83 Prozent der Apotheken glauben, dass die Apotheke, die das E-Rezept am besten abwickeln kann, hierbei im Vorteil ist.

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