Apothekenketten

Wie Pessina dank Kartellamt Milliarden sparte Patrick Hollstein, 31.01.2017 15:28 Uhr

Berlin - Einmal nach Jahrzehnten schien sich das Blatt gegen Stefano Pessina zu wenden. Die Kartellbehörde FTC wollte der Übernahme der Apothekenkette Rite Aid einfach nicht zustimmen. Am vergangenen Freitag lief die Frist ab – und Pessinas Walgreens Boots Alliance (WBA) drohte eine hohe Vertragsstrafe. Doch Pessina wäre nicht der „Silberfuchs“, wenn er nicht aus jeder Verhandlungssituation als Gewinner hervorgehen würde. Das Zögern der Wettbewerbshüter in Verbindung mit einer selbst induzierten Rabattschlacht bringt dem Konzernchef einen Milliardenbetrag.

Und das ging so: Als sich WBA und Rite Aid im Oktober 2015 auf die 9,4 Milliarden Dollar schwere Übernahme einigten, wurden Fristen vereinbart: Bis zum 27. Oktober 2016 sollte der Deal abgeschlossen sein; maximal bis zum 27. Januar 2017 sollte die Frist verlängert werden können.

Um ein Scheitern zu verhindern und die Zustimmung der Aktionäre zu sichern, wurden Vertragsstrafen vereinbart: Für den Fall, dass eine der beiden Parteien vom Deal zurücktreten würde, wurden 325 Millionen Dollar angesetzt. Rite Aid hätte WBA zusätzlich die Kosten bis zu einer Höhe von 45 Millionen Dollar ersetzen müssen. Umgekehrt wären 650 Millionen Dollar fällig geworden, wenn WBA statt Rite Aid einen anderen Fisch an Land gezogen hätte. Pessina verpflichtet sich außerdem, 325 Millionen Dollar für den Fall zu zahlen, dass die Wettbewerbsaufsicht die Zustimmung zum Deal verweigern würde.

Dieses Szenario trat am vergangenen Freitag ein. Obwohl sich die Konzerne im Dezember bereit erklärt hatten, 865 Filialen an den Mitbewerber Fred's abzugeben, kam die erhoffte Zustimmung aus Washington nicht rechtzeitig. Das Zugeständnis hatte den Deal noch einmal komplizierter gemacht, sodass die Kartellwächter wohl nicht vor Ende Februar entscheiden werden.

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