Designer-Apotheke: Abfall an der Decke

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Berlin -

Die Marien-Apotheke in Wien hat sich bereits vor Jahrzehnten auf die Versorgung von HIV-Positiven spezialisiert. Seit einigen Jahren ist die traditionsreiche Offizin außerdem ein fester Anlaufpunkt für Gehörlose der Österreichischen Hauptstadt. Sie ist aber auch optisch ein Hingucker. Apothekerin Karin Simonitsch arbeitet bei der Gestaltung seit Jahren mit dem österreichischen Designerduo von Walking Chairs zusammen. Die sogenannten Sister-Blister-Leuchten sind inzwischen zum Markenzeichen der Apotheke geworden.

Die Marien-Apotheke in der Schmalzhofgasse in Wien Mariahilf ist seit rund 80 Jahren in Besitz der Familie Simonitsch. Gegründet wurde sie im Oktober 1909. Das Alter sieht man dem „Mariechen“ allerdings gar nicht an. Im Herbst 2014, pünktlich zum 105-jährigen Jubiliäum, wurde die Offizin rundum erneuert und vom Designer-Duo von Walking Chair gestaltet.

„Ist das Murano-Glas?“ Solche Fragen kommen immer wieder von Kunden, die die bunte Deckenbeleuchtung der Apotheke zum ersten Mal sehen. Dabei besteht die kunstvolle Lichtinstallation über ihren Köpfen aus Abfall, genauer aus leeren Medikamentenblistern. Seit 2005 bietet Simonitsch Verblisterungsservice für Krankenhäuser, Alters- und Pflegeheime sowie Privatkunden an.

Die Medikamente werden manuell von den Angestellten der Apotheke aus den Verpackungen gedrückt. Aus den leeren Pillen-Blistern, die aus einer transparent-farbigen Kunststoff-Aluminium-Verbindung bestehen, stellen die Designer Emilio Pircher und Fidel Peugeot bereits seit 2007 neuartige Lampenschirme oder ganze Lichtobjekte her.

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