Kur-Apotheke

Sisi-Kosmetik trifft Apotheker-Rum Eugenie Ankowitsch, 22.04.2017 08:52 Uhr

Berlin - Doppeladler hier, Sisi-Konterfei da – wer nach Bad Ischl kommt, glaubt sich mitunter in die Zeit der Regentschaft von Kaiser Franz Josef I. und Kaiserin Elisabeth zurückversetzt. Der in der Nähe des Wolfgangsees liegende Ort wurde als Sommerresidenz der Kaiserfamilie berühmt und zehrt noch immer vom alten Glanz. Ein ganz besonderer Ort, um etwas vom damaligen Flair zu erschnuppern, ist die Kur-Apotheke. Doch auch wenn man dort die Tradition ehrt, steht vor allem die Zukunft der Apotheke in Fokus des Inhabers Heimo Hrovat.

Als Altherzog Ludwig ab 1804 seine Sommer in Ischl verbrachte, wollten die kaiserlichen Hoheiten auch am Land nicht auf die gewohnten Rezepturen verzichten. Und so wurde 1807 die Apotheke zu Ischl als Dependance der Wiener Hofapotheke eröffnet. 1890 erhielt sie vom Kaiser Franz Josef I., der das Riesenreich ab Sommer 1849 von dem oberösterreichischen Kurstädtchen aus regierte, das begehrte Prädikat „k.u.k- Hoflieferant“. Ein Gütesiegel, das bis heute nur von einem weiteren Bad Ischler Betrieb getragen werden darf: der Konditorei Zauner.

Etwa zur selben Zeit avancierte der Ort zum mondänen Kurbad. Die Gicht und Rheuma heilenden Ischler Solebäder standen im 19. Jahrhundert bei der feinen Gesellschaft von Wien hoch im Kurs. Ein einschneidendes Ereignis für die Zukunft des Kurortes war der Aufenthalt von Erzherzogin Sophie und ihrem Mann Franz Karl. Die beiden machten sich auf Anraten des Hofarztes Franz Wirer nach Ischl auf. Die dortige Kur war so erfolgreich, dass sich bei der bislang kinderlosen kaiserlichen Familie bald darauf der ersehnte Nachwuchs einstellte.

Wenn die Mitglieder der Herrscherfamilie und die Blaublütigen, die Künstler und die „Adabeis“ Wehwehchen plagten, mischten die Pharmazeuten am Kreuzplatz ein passendes Gegenmittel. Und die extrem auf ihre Schönheit bedachte Kaiserin wurde von der Apotheke mit Cremes und edlen Teemischungen versorgt. Wenn der Laborant der Apotheke, ein gewisser Herr Adamec, sein Wagerl durch den Ort schob, war es wieder so weit: Sisi wollte ihre bodenlange Haare waschen. Etwa zweimal in der Woche benötigte sie dafür fünf Liter destilliertes Wasser mit Rosenzusätzen aus der Apotheke.

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