Apotheke ohne HV-Tisch

Hostessen, Sitzecken und gläserner Rowa Eugenie Ankowitsch, 16.04.2018 10:31 Uhr

Berlin - Großzügige Räume mit viel Platz zwischen den Regalen, sodass auch ein Einkauf mit Rollstuhl oder Kinderwagen problemlos möglich ist. Links ein Sitzbereich in Lila-Tönen mit mehreren Sitzgruppen, die zum Verweilen einladen. In der Mitte des Raumes dann das Highlight und das Herzstück der neuen Apotheke im schweizerischen Erlinsbach: Ein Kommissionierer, der zur Hälfte in den Boden eingelassen und damit für die Kunden sichtbar ist. Den klassischen HV-Tisch sucht man in dieser Apotheke dagegen vergeblich.

In der Erlinsbacher Apotheke erwartet die Kunden ein innovatives Apotheken-Konzept. „In Zeiten der Digitalisierung und Individualisierung ist das Konzept des Point of Sale (POS) etwas Antikes“, ist Fabian Vaucher überzeugt. Der Apotheker ist nicht nur Chef der Firma, die die Erlinsbacher Apotheke betreibt, sondern auch Präsident des Apothekerverbands Pharmasuisse. „POS ist eine limitierende Struktur, eine kommunikative Barriere zwischen Patienten und Apotheker und damit kundenunfreundlich.“

Ganz anders stelle es sich beim Konzept des „Point of Meeting & Mobilty Experience“ (POMM) dar, das in der Erlinsbacher Apotheke, die zur Apothekenkooperation Toppharm gehört, verfolgt wird. „Ich muss den Kunden inspirieren“, betont Vaucher. „Das individuelle Erlebnis Apotheke für jeden Kunden rückt hier verstärkt in der Vordergrund.“ Das geht aus seiner Sicht am POS kaum. Denn so könne sich der Kunde nicht wirklich frei bewegen und damit auch nicht erleben.

„Unsere Kunden werden etwa in der Mitte des Raumes von einem Mitarbeiter empfangen und begrüßt“, erläutert Monika Wilders, Geschäftsführerin der Erlinsbacher Apotheke. „Ab diesem Moment wird der Kunden begleitet und beraten.“ Die Apothekerin hat 17 Jahre lang in einer klassischen Apotheke gearbeitet und soll in fünf bis zehn Jahren die Erlinsbacher Apotheke übernehmen. Es gibt einen Koordinator, der den Überblick behält und die Patienten an die Kollegen delegiert. Die Kommunikation zwischen den Mitarbeitern erfolgt über Telefone mithilfe einer IT-gestützten Lösung.

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