Saarland: Apotheke impft erste GKV-Versicherte

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Berlin - Nicht nur in Nordrhein wird schon in den Apotheken geimpft, auch im Saarland: In der Sebastianus-Apotheke in Wadern-Nunkirchen wird am Dienstag erstmals eine GKV-Patientin gegen Grippe geimpft – mit großem medialem Aufschlag. Das Modellprojekt wurde gemeinsam vom Saarländischen Apothekerverband (SAV) und der AOK Rheinland-Pfalz/ Saarland auf die Beine gestellt. 40 Apotheken sollen daran teilnehmen.

Ein „Versorgungsleuchtturm“ soll es nach Angaben des SAV werden: Schnell und unbürokratisch sollen sich Versicherte künftig in Apotheken gegen die Influenza wappnen können. Ziel sei die Erhöhung der Durchimpfungsrate mittels Schaffung eines zusätzlichen, niedrigschwelligen Versorgungsangebotes – parallel zu den weiterhin möglichen Impfungen in der Arztpraxis. „Wir wollen dazu beitragen, dass mehr Menschen in Deutschland gegen Grippe geimpft werden. Apotheken sind niedrigschwellige Anlaufstellen für Millionen Menschen, die kompetente Gesundheitsberatung vor Ort suchen“, sagt die SAV-Vorsitzende Susanne Koch. „Regionale Modellprojekte wie das vorliegende, das zunächst auf drei Jahre angelegt ist, sind der richtige Weg, auszuprobieren, ob und wie das Ziel erreicht werden kann, über Apotheken noch mehr Menschen zu impfen. Ziel ist es, auch die Menschen zu erreichen, die nicht zum Arzt gehen wollen oder können, um sich impfen zu lassen.“

Diese Menschen können sich künftig unter anderem an die Sebastianus-Apotheke von Kerstin Esch wenden. Sie impft am Dienstag unter medialer Beobachtung die erste GKV-Patientin, eine Versicherte der AOK Rheinland-Pfalz/ Saarland. RTL kommt vorbei und hält den Moment fürs Fernsehen fest. Danach ist das Lokalfernsehen dran – und SAV-Geschäftsführer Carsten Wohlfeil, der sich ebenfalls vor der Kamera impfen lässt. „Ich bin völlig entspannt. Es ist ja nicht das erste Mal, dass ich mich impfen lasse“, sagt er.

Die Eckpunkte des Modellprojekts sind dieselben wie im Kammerbezirk Nordrhein. „Nordrhein hat viel Vorarbeit geleistet, dafür sind wir sehr dankbar“, sagt Wohlfeil. „Wir standen und stehen in regelmäßigem Austausch.“ Der Ablauf der Vorbereitungen war dementsprechend derselbe: Teilnehmende Apotheker müssen eine theoretische und eine praktische Fortbildung machen, um sich für die neue Dienstleistung zu qualifizieren. Ersteres fand am 10. und am 16. September als Onlineseminar statt. Das Praxisseminar unter ärztlicher Anleitung folgte erstmals am 19. September.

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