Shitstorm

Notdienst: „Komme mir vor wie ein Pizzaservice“ APOTHEKE ADHOC, 05.09.2018 10:13 Uhr

Berlin - Apotheker Michael Mantell aus Dortmund hat mit einem spitzen Kommentar gegen die Rosinenpickerei der Online-Shopper ein starkes Echo entfacht. Nun schießt er in der Regionalpresse nach. Zwar gehöre der Notdienst zum Apothekerberuf dazu, manchmal komme er sich allerdings vor wie ein Pizzaservice. Seine Klagen stoßen auf der Facebook-Seite der Zeitung allerdings auf wenig Verständnis.

24 Stunden war Mantell, Inhaber der Hörder Stifts-Apotheke, am vergangenen Wochenende im Einsatz. Und das nach einer ganz normalen Arbeitswoche. Ein Notdienst wie jeder andere. Und das sei auch das Problem: Statt nach Medikamenten gegen hohes Fieber, Pseudokrupp, Asthma oder Allergien fragten die Kunden vor allem nach Nasenspray, Kondomen oder Pflastern. Dabei würden einige eine verstörende Erwartungshaltung an den Tag legen, kritisiert der Apotheker.

„Eine wohnortnahe, unverzügliche, sichere Arzneimittelversorgung gehört zu unseren Aufgaben als Apotheker“, sagt er. Mantell betont, wie wichtig ihm die sichere Versorgung der Menschen ist. „Aber das Anspruchsdenken ärgert mich“, sagt der Apotheker. „Die Kunden denken, ,die sind ja eh da‘, und legen langsam auch bei Medikamenten ein Konsumverhalten an den Tag wie bei Essen und Kleidung.“

Wenn Kunden in der Nacht anrufen und entrüstet fragen „Liefern Sie denn nicht?“, dann lässt das den erfahrenen Pharmazeuten schon etwas fassungslos zurück. „Ich komme mir manchmal vor wie ein Pizzaservice.“

APOTHEKE ADHOC Debatte

Mehr aus Ressort