Kulanz ist, wenn man trotzdem lacht

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Berlin - Nullretaxierungen haben einen doppelten Schmerzfaktor. Je nach Schwere des Abrechnungsfehlers kann es finanziell weh tun. Zweitens und vor allem aber schmerzt das Gefühl, ungerecht behandelt worden zu sein. Deswegen sollen die Kassen zumindest erklären, warum sie die Versorgung ihres Versicherten nicht bezahlen wollen.

Apotheker Sören hat wurde retaxiert – 2496 Euro will ihm die Kasse abziehen. Weil der Patient sein Arzneimittel bekommen hat (sogar im Notdienst) und es sich wirklich nur um einen formalen Fehler gehandelt hat, legt Sören Widerspruch ein.

Eigentlich hat er ein gutes Gefühl. Seit das Sozialgericht eine Kasse verdonnert hat, ihre eigene Gnadenlosigkeit schriftlich zu begründen, hätte es besser werden können. Aber nichts da, es wird einfach weiter retaxiert und jede noch so detaillierte Ausführung zum Einzelfall mit dem einem hurmorlosen „Einspruch abgewiesen“ abgebügelt.

Was wäre das für eine schöne Welt, wenn die Freunde Sören und Frank sich gegenseitig schreiben würden wie kleine Brieffreunde. Etwa so:

Lieber Apothekerfreund Sören,

heute habe ich deinen Brief bekommen, für die Retacksierung. Ich habe das kontolliert, leider kanst du das Gelt nicht wiederbekommen. Kuhlanz ist schön, aber wir wollen das Gelt lieber behalten für uns. Weil du hast das Rezept nicht so genau angeschaut und da vehlte nähmlich ein Kreutz. Und außerdem warst du auch gemein, und hast die Erklärung über den Verzicht auf Einrede der Verjährung nicht geschickt. Also: Einspruch abgewiesen.

Dein Kassenfreund Frank

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