Rezeptbetrug

Das Geständnis des Rezeptfälscher-Apothekers Tobias Lau, 13.02.2018 10:29 Uhr

Berlin - In Berlin steht eine Bande vor Gericht, die über Jahre hinweg die Krankenkassen mit gefälschten Rezepten für teure Rx-Medikamente betrogen haben soll. 2,5 Millionen Euro sollen die Apotheker und ihre Komplizen so erbeutet haben. Bisher geben sich alle Angeklagten geständig und reumütig. Trotzdem gibt es große Zweifel, dass sie die ganze Wahrheit erzählen.

Klaus H. kämpft mit den Tränen, als er seine Geschichte vorträgt, immer wieder versagt seine Stimme. Seine Erzählung erinnert fast an die Kultserie „Breaking Bad“: Ein Mann in den besten Jahren steht vor den Scherben seiner Existenz. Als ihm ein zwielichtiges Angebot gemacht wird, sieht er keine andere Möglichkeit mehr, als das wirtschaftliche Überleben seiner Familie durch illegale Geschäfte zu retten.

So gerät er in eine Spirale aus organisierter Kriminalität, die sich immer weiter dreht. Am Ende engagiert seine Lebensgefährtin sogar zwei tschetschenische Schläger, die einem in Ungnade gefallenen Komplizen die Beine brechen sollen. Doch die Polizei ist beiden auf den Fersen, sie setzen sich ab nach Bulgarien. Als sie im Juli kurz nach Berlin zurückkehren, werden sie im Estrel-Hotel in Treptow festgenommen und landen im Gefängnis – wo sie heute noch sitzen.

2010 habe er seine letzte Apotheke „verloren“, erzählt der Angeklagte. Er habe sie verkauft, weil er geglaubt habe, dass es ohne das arbeitsintensive und wenig rentable Geschäft besser laufen würde. Doch das tat es nicht. 2013 kommen dann noch zwei Schicksalsschläge hinzu: Das gemeinsame Kind erkrankt und seine Lebensgefährtin hat ebenfalls mit schweren gesundheitlichen Problemen zu kämpfen.

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