Rezeptfälscherbande: Apotheker gesteht – zu wenig

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Berlin - In Berlin hat ein weiterer Prozess im Zusammenhang mit der Rezeptfälscherbande um Klaus H. begonnen. Angeklagt ist Ulrich C., Inhaber einer Apotheke in Lichtenberg. Um auf den angestrebten Vergleich mit der Staatsanwaltschaft hinzuwirken, hat sich der Apotheker ausführlich zur Sache geäußert. Doch der Richterin reichte das nicht.

C. wird vorgeworfen, sich als Mitglied einer Bande unter Vorspiegelung falscher Tatsachen und Urkundenfälschung systematisch auf Kosten Dritter bereichert zu haben: In 46 Fällen soll C. zwischen August 2013 und Juni 2017 wissentlich und gegen Kick-Back-Zahlungen gefälschte Rezepte eingelöst und abgerechnet haben. In 31 weiteren Fällen soll er Medikamente übernommen und weiterveräußert haben, von denen er wusste, dass sie mit gefälschten Rezepten in anderen Apotheken erworben wurden. In beiden Szenarien soll es vor allem um Hochpreiser gegangen sein. Den Gesamtschaden für die Krankenkassen beziffert die Staatsanwaltschaft auf 887.000 Euro.

Bereits im März hatten laut der Vorsitzenden Richterin erste Gespräche über eine Verständigung stattgefunden, allerdings gebe es noch Uneinigkeit darüber, welche Fälle in welchem Umfang eingestellt werden könnten. Zum Prozessauftakt gab sie dem Apotheker die Möglichkeit, sich zu der Sache einzulassen.

C. nutzte die Gelegenheit, um ausführlich seinen persönlichen Werdegang zu beschreiben und zu erklären, wie er in die Sache geraten sei. Nach der Approbation 1987 habe er zehn Jahre lang als angestellter Apotheker gearbeitet, bevor er 1998 die Gelegenheit erhielt, seine heutige Apotheke im Bezirk Lichtenberg zu übernehmen. „Mein Ziel war schon immer die Selbstständigkeit mit einer öffentlichen Apotheke.“

Von Anfang an hätten ihn die wirtschaftlichen und kaufmännischen Aspekte der Arbeit am meisten interessiert, dies sei seit jeher auch seine Stärke gewesen, so C. Gemeinsam mit anderen Apothekern habe er eine Einkaufsgemeinschaft auf die Beine gestellt, die mit zunehmendem Erfolg agierte und bessere Konditionen bei den Herstellern aushandelte als der Großhandel.

Er habe die Sache immer weiter professionalisiert und schließlich ein bis zwei Leute in seiner Apotheke nur dafür beschäftigt. Verkaufte er anfangs nur Überhänge seines eigenen Apothekenbedarfs, fragte er später im Vorfeld der Vertreterbesuche telefonisch den Bedarf der Kollegen ab. 2005 erhielt er sogar eine Großhandelserlaubnis.

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