PTA entlarvt Rezeptfälscher

, Uhr
Berlin -

Ein Rezeptfälscher treibt in Bielefeld sein Unwesen. Der Mann versuchte in einer Apotheke sein Glück – eine aufmerksame PTA erkannte die gefälschte Verordnung jedoch.

Am Donnerstag betrat ein Mann kurz vor 12 Uhr die Apotheke. Er zeigte ein Rezept über Tilidin in fester Form vor. Die PTA erkannte jedoch die Fälschung. Auf der Verordnung war ein Arzt eingetragen, der gar nicht existierte. Die Angestellte forderte den Mann daraufhin auf, sich auszuweisen. Daraufhin verließ er die Apotheke und flüchtete.

Die PTA teilte mit, dass bereits am Mittwoch ein Anrufer nach Tilidin gefragt habe. Die Polizei sucht den Mann, der zwischen 25 und 40 Jahre alt und ungefähr 185 cm bis 190 cm groß sein soll. Er hat rotblonde bis bräunliche kurze Haare, die nach hinten gegelt gewesen seien. Zudem habe er der Beschreibung zufolge einen Drei-Tage-Bart und eine blaue Jeanshose getragen.

Ein gefälschtes Rezept darf nach Apothekenbetriebsordnung (ApBetrO) nicht beliefert werden. Das pharmazeutische Personal solle einem erkennbaren Arzneimittelmissbrauch in geeigneter Weise entgegentreten. Bei begründetem Verdacht auf Missbrauch ist die Abgabe des Arzneimittels zu verweigern. Ob Anzeige bei der Polizei gestellt werden sollte, muss sorgfältig abgewägt werden, da Apothekenmitarbeiter ihre Schweigepflicht einhalten müssen. Die Berufsordnung gebietet zur Verschwiegenheit. Eine zu erwartende Gefährdung von Leben, Leib oder Gesundheit Dritter kann der Apothekerkammer Baden-Württemberg zufolge dazu führen, dass das Persönlichkeitsrecht zurücktritt. Anhaltspunkt dafür könne etwa die angegebene Menge eines Arzneimittels sein.

Bleiben Sie auf dem aktuellsten Stand und abonnieren Sie den Newsletter von APOTHEKE ADHOC.

 

Lesen Sie auch

APOTHEKE ADHOC Debatte

Neuere Artikel zum Thema
Mehr zum Thema
Immer mehr gefälschte Impfnachweise
Polizeipräsident lobt Apotheken »
Mann bricht durch Schaufenster
Einbrecher verblutet fast in Apotheke »
Mehr aus Ressort
Verkauf auch ohne BfArM-Listung möglich
Ansturm auf Schnelltests: Ramschgefahr »
Covid-19-Fälle in der Familie
Corona befeuert Personalnot in Apotheken »
Weiteres
Kriedel: „Er tritt die Motivationsbremse noch weiter durch“
Ärzte rechnen mit Spahn ab: „Grenze des Machbaren weit überschritten“»
„Versuchskaninchen im Gesundheitswesen“
E-Rezept: Ärzte wollen Einführung mit Petition stoppen»
Einführung trotz winziger Testzahlen
E-Rezept: BMG hält am 1. Januar fest»
Pessina will Apothekenkette verkaufen
Bericht: Walgreens bald ohne Boots»
Nachfrage nach Zertifikaten gestiegen
Serverausfall: Keine QR-Codes aus der Apotheke»
Scholz stellt SPD-Minister vor
Lauterbach wird Gesundheitsminister»