Drei Jahre Haft für Apotheker

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Berlin - Der Berliner Apotheker Ulrich C. muss für drei Jahre ins Gefängnis. Er war Mitglieder der Rezeptfälscherbande um Klaus H. und wurde vom Landgericht Berlin verurteilt.

Dem Apotheker wurde vorgeworfen, sich als Mitglied einer Bande unter Vorspiegelung falscher Tatsachen und Urkundenfälschung systematisch auf Kosten Dritter bereichert zu haben: Zwischen August 2013 und Juni 2017 soll C. wissentlich und gegen Kick-Back-Zahlungen gefälschte Rezepte eingelöst und abgerechnet haben. Außerdem soll er Medikamente übernommen und weiterveräußert haben, von denen er wusste, dass sie mit gefälschten Rezepten in anderen Apotheken erworben wurden. In beiden Szenarien soll es vor allem um Hochpreiser gegangen sein. Den Gesamtschaden für die Krankenkassen bezifferte die Staatsanwaltschaft auf 887.000 Euro.

Im Vorfeld hatte es Gespräche über eine Verständigung gegeben, einige der angeklagten Fälle wurden tatsächlich eingestellt, da sie offenbar nicht ins Gewicht fallen. Für alle anderen wurde C. zu einer Freiheitsstrafe verurteilt. Seine Einlassungen zum Prozessbeginn am vergangenen Montag hatten die Richterin nicht überzeugt.

Die Bande soll über Jahre hinweg Rezepte gefälscht, eingelöst und abgerechnet und die Ware weiter verkauft haben. Klaus H. wurde zu fünf Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt, seine Lebensgefährtin Galya S. erhielt vier Jahre und vier Monate, zwei weitere Mittäter drei Jahre beziehungsweise drei Jahre und vier Monate. Ein fünfter Angeklagter erhielt eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und zwei Monaten, weil er ein einziges gefälschtes Rezept für die Bande angenommen und Medikamente abgeholt hatte.

Zwei Apotheker wurden zu 1,5 Jahren auf Bewährung verurteilt, ein weiterer Apotheker steht noch vor Gericht: Mohammed E. soll wissentlich gefälschte Rezepte im Wert von 1,5 Millionen Euro angenommen und die entsprechenden Arzneimittel an unbekannte Mittelspersonen herausgegeben haben.

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