Abrechnungsbetrug

Rezeptfälschung: Apothekerbande vor Gericht APOTHEKE ADHOC, 31.01.2018 15:08 Uhr

Berlin - Um 2,5 Millionen Euro soll eine Apothekerbande die Krankenkassen geprellt haben. Vor dem Landgericht Berlin beginnt am 12. Februar der Prozess gegen sechs Angeklagte, die sich wegen banden- und gewerbsmäßigen Betruges sowie Urkundenfälschung verantworten müssen.

Den Angeklagten rund um Apotheker Klaus H. (52 Jahre) sowie dessen Lebensgefährtin Galya S. (32) wird zur Last gelegt, sich seit Anfang 2013 beziehungsweise Ende 2016 gemeinsam zu einer Bande zusammengeschlossen zu haben. Ziel der Absprache war es der Anklage zufolge, Rezepte für hochpreisige Rx-Medikamente zu fälschen und abzurechnen. Die dadurch ohne Bezahlung betrügerisch erlangten Medikamente sollen an andere Apotheken gewinnbringend weiter veräußert worden sein.

Durch die insgesamt bis zu 125 angeklagten Taten soll ein Gesamtschaden von über 2,5 Millionen Euro entstanden sein. Vier Angeklagte befinden sich seit Juli 2017 in Untersuchungshaft. Zwei weiteren Personen wird zur Last gelegt, sich lediglich an einer Tat beteiligt zu haben. Pro Rezept sei im Schnitt ein Schaden von 15.000 Euro entstanden, heißt es.

Die Bande soll aus zehn Männern und einer Frau im Alter zwischen 31 und 64 Jahren bestehen. Unter den Tatverdächtigen sind fünf Apotheker. Der mutmaßliche Kopf der Bande, H., lebte zuletzt mit S. in Bulgarien und soll für die Vorbereitungen und Ausführungen der Taten eigens nach Berlin gereist sein. Das Duo wurde im Juli in einem Hotel in Treptow festgenommen. In dem Zusammenhang wurden 20 Wohn- und Geschäftsräume in Berlin und Brandenburg durchsucht, darunter vier Apotheken. Der Großteil der Räumlichkeiten befindet sich in der Hauptstadt. Monatelange intensive Ermittlungen waren die Grundlage für die Durchsuchungen und Haftbefehle.

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