AOK Plus: Apotheker schummeln bei Pflegepauschale

, Uhr

Berlin - Seit 2004 suchen bei der AOK Plus Experten nach Falschabrechnungen. In den Jahren 2016 und 2017 bearbeitete die Stelle zur Bekämpfung von Fehlverhalten im Gesundheitswesen insgesamt neue 981 Fälle. Im Ergebnis konnten für den Zeitraum knapp eine halbe Million Euro an die AOK Plus zurückgeführt werden. In 45 Fällen fielen auch Apotheker mit Falschabrechnungen auf.

682 neue Hinweise auf ein mögliches Fehlverhalten gingen bei der AOK Plus ein. Das Spezialistenteam erhielt zwischen Januar 2016 und Dezember 2017 eine Vielzahl externer Hinweise. 360 Hinweise kamen beispielsweise von betroffenen Versicherten, von ehemaligen Mitarbeitern der Leistungserbringer oder von anderen Behörden. 322 Hinweise wurden durch Mitarbeiter aus dem eigenen Haus gemeldet, welche auf Grund ihrer täglichen Arbeit Auffälligkeiten im Tagesgeschäft bemerken und an die zuständige Stelle weiterleiten.

Abrechnung nicht erbrachter Leistungen ist laut AOK Plus der häufigste Tatvorwurf – 292 Mal gab es dazu entsprechende Hinweise. Dabei wird durch den Täter eine Leistung gegenüber der AOK Plus abgerechnet, welche tatsächlich nie stattgefunden hat. An zweiter Stelle steht mit 18 Prozent das Erschleichen von Sozialleistungen. Dies geschieht primär durch Versicherte, welche beispielsweise Anträge und Rechnungen fälschen, um sich einen finanziellen Vorteil zu verschaffen.

In 14 Prozent aller Fälle bezog sich der Missbrauchsverdacht auf fehlende Qualifikationen beziehungsweise Zulassungen von Leistungserbringern. So werden beispielsweise falsche Angaben bezüglich des Personals gemacht oder sogar Qualifizierungsurkunden gefälscht.

  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres