Krankenkassen

Barmer dementiert Bericht über Abrechnungsbetrug

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Berlin -

Die Barmer GEK hat einen Bericht zurückgewiesen, sie habe in großem Stil Abrechnungsbetrug begangen. Diese Vermutung der „Bild am Sonntag“ gehöre ins „Reich der Fabeln“, erklärte Barmer-Sprecher Athanasios Drougias am Sonntag in Berlin.

Die Zeitung hatte geschrieben, dass die Barmer durch Abrechnungsbetrug bis zu 400 Millionen Euro zu viel aus dem Gesundheitsfonds erhalten haben könnte. Das gehe aus vertraulichen Akten Berliner Ermittlungsbehörden hervor. Demnach soll die Barmer bundesweit mit zehn Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) zusammengearbeitet haben, um nachträglich ärztliche Diagnose-Daten zu ändern.

Mindestens in sieben Fällen habe die Barmer dafür laut Aktenlage an die KVen Geld gezahlt, berichtete die Zeitung. Bundesweit könnte der Schaden nach Informationen der Zeitung bis zu 400 Millionen Euro betragen.

Der Barmer-Sprecher erklärte: „Wahr ist: Es gab eine Zusammenarbeit mit der Ärzteschaft, um die Behandlung chronisch Kranker sachgerecht zu erfassen.“ Es sei um die Klärung „offensichtlicher Dokumentationsfehler“ gegangen. Die Barmer sei gesetzlich verpflichtet, Abrechnungen auf ihre Plausibilität hin zu überprüfen. „Wir arbeiten eng und vertrauensvoll mit der Ermittlungsbehörde zusammen, um die Vorwürfe lückenlos zu entkräften.“

Die Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt bereits seit Ende 2016 gegen ehemalige Vorstandsvorsitzende der KV Berlin und zwei Barmer-Mitarbeiter wegen des Verdachts des Betrugs und der Bestechung. Nach früheren Aussagen der Staatsanwaltschaft geht es dabei um Zahlen und Daten zu Erkrankungen von Versicherten. Von den Angaben hänge die Höhe der Zuwendungen aus dem Gesundheitsfonds an die Kassen ab.

Damals wurden die Büros der Berliner Kassenärzte und der Barmer GEK durchforstet. Sie sollen gemeinschaftlich durch sogenanntes Upcoding überhöhte Gelder aus dem Risikostrukturausgleich abgezapft haben. Das Verfahren gegen ehemalige Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Berlin und zwei Barmer-Mitarbeiter wird in der Hauptstadt geführt.

Anfang März wurden Privatwohnungen und Büros der Barmer-Krankenkasse in der Wuppertaler Zentrale und in Berlin wegen des Verdachts des Betrugs und der Bestechung durchsucht. Das berichtete damals der Spiegel. Es sollen „berechnungsrelevante Daten unbefugt verändert und an das Bundesversicherungsamt“ weitergeleitet worden sein.

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