Covid-19: Krankenhausapotheken sind gewappnet

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Berlin - Meldungen aus Italien, in denen Krankenhäuser überbelegt sind und zu wenig Ausstattung haben, führen dazu, dass immer mehr Bürger besorgt sind. Experten schätzen die Lage in deutschen Krankenhäusern anders ein. Hier hatten die Kliniken mehr Zeit sich vorzubereiten, das gilt auch für die Arzneimittelversorgung. Der Bundesverband der Deutschen Krankenhausapotheker (ADKA) sieht die Versorgung als momentan gesichert – betont jedoch, dass Hamsterkäufe unter Kollegen nicht getätigt werden sollten, um Lieferengpässe zu vermeiden.

Zehntausende Infizierte, hunderte Tote: Die Corona-Krise hat in Italien zum Katastrophenfall geführt. In vielen deutschen Apotheken und Krankenhausapotheken ist man unsicher, welche Maßnahmen sinnvoll sind und welche nicht, sodass viele Apothekenteams eigene Pläne ergreifen. Neben einer regelmäßigen Händedesinfektion mit viruziden Mitteln haben einige öffentliche Apotheken bereits Plexiglas am HV-Tisch angebracht, sodass es während des Beratungsgespräches nicht zur Tröpfcheninfektion kommen kann. Dieses Infektionsrisiko bleibt in einer Krankenhausapotheke weitestgehend aus. Hier haben nur die Mitarbeiter direkten Patientenkontakt, die Stationsbegehungen durchführen. Dafür kommen im Krankenhaus andere Problematiken auf Apotheker und PTA zu.

Sinnvolle Bevorratung

Damit es nicht zu Hamsterkäufen kommt und Lieferengpässe hausgemacht sind, rät Geschäftsführer Rudolf Bernard zur sinnvollen Bevorratung. Hierzu zählt er beispielsweise Antiinfektiva. „Insbesondere Antibiotika sollten in den Fokus der Bevorratung rücken“, sagt er und verweist darauf, dass gerade diese Arzneistoffe bei schweren Verläufen von Covid-19, aber auch von anderen Infektionskrankheiten gebraucht würden.

„Für Arzneimittel mit bestehendem Lieferengpass bietet die Rezeptur innerhalb der Krankenhausapotheke eine gute Lösung.“ Bernard erzählt, dass viele Apotheken heute schon auf die rezepturmäßige Herstellung von Fertigarzneimitteln ausweichen, um eine adäquate Patientenversorgung zu gewährleisten. So stelle zum Beispiel das Klinikum Heidelberg bereits seit längerem Cotrimoxazol-haltige Zubereitungen als Rezeptur her. Das Antibiotikum ist seit längerem nicht verfügbar. „Die Rezeptur in einer Krankenhausapotheke bietet dafür genügend Raum für Großansätze und Lagerung.“

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