Desinfektionsmittel: Unterschiedliche Wirkspektren

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Berlin -

Je nachdem, welchen Zweck ein Desinfektionsmittel erfüllen soll, kommen unterschiedliche Wirkstoffe zum Einsatz. Zur Flächendesinfektion eignen sich quartäre Ammoniumverbindungen oder Alkohole wie Isopropanol. Zur Desinfektion der intakten Haut eignen sich ebenfalls Alkohole. Das Mischverhältnis von Ethanol und Isopropanol entscheidet über das Wirkspektrum. Zur Wunddesinfektion eignen sich diese Substanzen nicht, da sie Hautirritationen und starkes Brennen verursachen. Für die Desinfektion von Wunden eignen sich Substanzen wie Jod, Chlorhexidin oder Polyhexanid.

Desinfektion von intakter Haut – Händedesinfektion

Die Desinfektion von intakter Haut sollte mindestens 30 Sekunden dauern. Um alle Bereiche der Hände ausreichend zu benetzen, sollten mindestens drei Milliliter Lösung verwendet werden. Um diese Menge besser abschätzen zu können, eignet sich die eigene Hand als Maß: Die Kuhle der hohlen Hand sollte vollständig mit Lösung gefüllt sein. Das Volumen liegt so meist zwischen drei und fünf Millilitern, je nach Größe der Hand. Die Verreibung sollte einem festen Schema folgen. Dabei sollten die Fingerzwischenräume, der Daumen und die Fingerspitzen nicht vergessen werden. Innerhalb der hygienischen Händedesinfektion werden ebenfalls die Handgelenke eingerieben. Das Desinfizieren der kompletten Unterarme bleibt aus – dies ist Teil der chirurgischen Händedesinfektion. Zur Inaktivierung bestimmter Erreger, darunter Pseudomonas-Stämme, ist eine längere Einwirkzeit nötig.

Alkoholgemische unterschiedlich wirksam

In alkoholbasierten Desinfektionsmitteln werden unterschiedliche Alkohole eingesetzt. Neben reinen Ethanol-haltigen oder Isopropanol-haltigen Lösungen sind auch Kombinationen erhältlich. Je nachdem, wie hoch die Konzentrationen sind, unterscheiden sich die Wirkspektren – manche Lösungen sind rein bakterizid, andere auch viruzid. Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat eine Liste veröffentlicht, in der die Mittel nach ihren Wirkungsbereichen unterteilt sind: Wirkungsbereich A umfasst Bakterien und Pilze, Wirkungsbereich B Viren. Viruzide Händedesinfektionsmittel wirken gegen alle drei Keimarten. Je nach Zusammensetzung des Präparates tötet viruzides Desinfektionsmittel ausschließlich behüllte oder auch unbehüllte Viren ab.

Einteilung

  • bakterizid
    • tötet Bakterien ab, keine Sporen (Sporenbildner sind beispielsweise Bacillus- und Clostridium-Stämme)
  • fungizid
    • tötet Pilze, beispielsweise Hefepilze, ab
  • viruzid
    • behüllte und unbehüllte Viren
  • begrenzt viruzid
    • behüllte Viren
  • begrenzt viruzid plus
    • behüllte Viren sowie Adeno-, Noro- und Rotaviren

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