Trockene Haut

Chronisches Handekzem: Besser desinfizieren als waschen

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Berlin -

Regelmäßiges gründliches Händewaschen ist die wichtigste Maßnahme, um vor Ansteckung und Krankheiten zu schützen. Für empfindliche oder vorgeschädigte Haut kann das zum Problem werden: Wasser und Seife greifen auf Dauer die Hautbarriere an und können Handekzeme fördern.

In zahlreichen Berufen, vor allem in den Bereichen Gesundheit und Pflege, ist eine sorgfältige Handhygiene unerlässlich. Bei bestimmten Tätigkeiten sind Einmalhandschuhe eine gute Lösung, um die Haut vor dem Kontakt mit Keimen zu schützen. Doch nicht immer sind Handschuhe geeignet. Dann ist Desinfizieren mit einem Händedesinfektionsmittel besser als Händewaschen: Die Hautfette aus der oberen Hautschicht werden dabei zwar teilweise gelöst, aber nicht abgewaschen. Achtung: Das funktioniert nur, wenn die Hände nicht zusätzlich, sondern anstelle des Waschens desinfiziert werden.

Etwa zehn Prozent leiden ind Deutschland unter einem chronischen Handekzem. Symptome sind schuppenden Haut, Hautrisse, Entzündungen und Verhornungen. Je nach Auslöser können aber auch juckende Bläschen entstehen. Juck­reiz und Schmerzen beim Zufassen können den Alltag negativ beeinträchtigen. Das Leiden kann mitunter bis zur Berufsunfähigkeit führen.

Um eine übermäßige Austrocknung der Hände zu vermeiden reicht es bei leichten Verschmutzungen häufig aus, die Hände mit klarem, lauwarmem Wasser zu waschen. Heißes Wasser löst Fette aus der oberen Hautschicht und trocknet die Haut langfristig aus. Wenn Wasser allein nicht reicht, eignen sich seifenfreie, pH-hautneutrale Syndets. Sie sind hautfreundlicher als Seife, die zusammen mit Wasser eine alkalische Lauge bildet und den Säureschutzmantel der Haut angreift. Ideal sind milde, rückfettende Waschlotionen mit Feuchthaltefaktoren und hautberuhigenden Zusätzen. Starke Schaumbildner, Parabene sowie allergieverdächtige Farb- und Duftstoffe sollten nicht auf der Liste der Inhaltsstoffe stehen. Löse- oder Reibemittel sind nur bei starken Verschmutzungen notwendig.

Belastungen für die Hautbarriere:

  • zu häufige Hautreinigung
  • falsche Hautreinigung (Seife, langes Waschen, kein gründliches Abtrocknen)
  • dauerhaft feuchtes Milieu (längeres Tragen von Schutzhandschuhen)
  • tragen von gepuderten Handschuhen
  • häufiger Kontakt mit Wasser, Reinigungsmitteln oder Lösemitteln
  • chemische Belastung: Hautkontakt mit Säuren und Laugen
  • mechanische Belastung: Druck und Abrieb

Hände, die häufig gereinigt werden müssen, brauchen täglich morgens, abends und bei Bedarf auch zwischendurch eine regenerierende Basistherapie. Während der Arbeit eignen sich Cremes, die schnell einziehen und einen schützenden,
atmungsaktiven Film auf der Haut bilden. Abends vor dem Schlafengehen darf es eine reichhaltige Pflege sein, die die Haut über Nacht mit Fett und Feuchtigkeit versorgt. Gut geeignet sind Medizinprodukte, die speziell für die Regeneration strapazierter Haut vorgesehen sind.

Ein passender Hautschutz- und -pflegeplan steht im LABOR als Download zur Verfügung.

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