Apothekerin: Schon 150 Corona-Impftermine

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Berlin -

In wenigen Wochen sollen Apotheker:innen gegen Covid-19 impfen. Susan Dibsi würde am liebsten sofort loslegen. Die Inhaberin von drei Kleeblatt-Apotheken in Nordrhein-Westfalen hat ein fertiges Konzept, die nötigen Genehmigungen eingeholt und vergibt bereits Termine an Kund:innen.

Die Inhaberin von drei Center-Apotheken nimmt seit September am Grippe-Modellprojekt teil. Zudem sind zwei weitere Approbierte aus ihrem Team für die Impfung geschult. Bisher übernimmt sie selbst die Influenza-Impfung. Bereits 30 Kund:innen wurden geimpft. Die Apothekerin hätte gerne mehr immunisiert. Das Angebot gilt jedoch nur für Versicherte der AOK Rheinland/Hamburg. Selbstzahler und Privatpatient:innen seien ebenfalls ausgenommen, sagt Dibsi. „Da sind uns die Hände gebunden.“

Anders bei den Covid-19-Impfungen. Dibsi und einige ihrer Angestellten sind bereits in einem Impfzentrum tätig und dadurch bestens mit dem Thema vertraut. „Ich bin Profi im Aufziehen“, sagt sie. Geschulte Apotheker:innen seien für eine Corona-Impfung die richtigen Ansprechpartner, ist sie sich sicher. Bei den Grippe-Impfungen sei das Feedback sehr gut gewesen. Sie habe evaluiert, warum die Kund:innen nicht in eine Arztpraxis gegangen waren. Als Gründe seien unter anderem lange Wartezeiten angegeben worden. „Viele haben mir nach der Grippe-Impfung auch gesagt, dass es ein schöneres Gefühl war, zu uns in die Apotheke zu kommen.“

Coronaimpfungen will Dibsi in ihren Apotheken von 20 bis 24 Uhr anbieten. Die Dienstleistung soll bewusst vom Alltagsgeschäft der Apotheke entkoppelt werden. Mit den Einkaufscentern sei alles abgesprochen, sie hätten die längeren Öffnungszeiten genehmigt. Auch der Amtsapotheker sei informiert und eine Versicherung abgeschlossen. „Ich habe alles ready“, sagt Dibsi. Sie vergibt bereits Termine. „Das machen wir unverbindlich, weil wir mir die Hände gebunden sind, wenn sich die Regierung anders entscheidet.“ Die Nachfrage ist hoch: Bereits rund 150 Termine seien vergeben.

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