Apotheker sauer: Apo-Discounter-Paket abgegeben

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Berlin -

Mit den komfortablen Öffnungszeiten werden Apotheken von Paketboten gern als Zwischenlager für ihre Lieferungen genutzt. Auch in der Markt-Apotheke von Christian Mantell werden Päckchen für Nachbarn angenommen. Gestern landete eine Lieferung des Versenders Apo-Discounter in der Offizin, obwohl das laut Aufdruck untersagt ist.

Der Onlinehandel boomt. Jährlich werden hierzulande laut dem Bundesverband Paket & Expresslogistik (BIEK) mehr als 3,4 Milliarden Sendungen verschickt – doppelt so viele wie noch 2000. Ist der Empfänger nicht zu Hause, fragen die Lieferanten oft auch in Apotheken, ob das Paket dort aufbewahrt werden kann.

Mantell und sein Team nehmen gerne Pakete für Hausbewohner an. Täglich kämen Zusteller mit Lieferungen, auch für die Ärzte im Haus, sagt der Apotheker. Die Pakete werden im Treppenhaus im Flur gelagert, damit sie nicht im Weg liegen. Auch gestern stand der Bote wieder mit dem Scanner vor einer Mitarbeiterin, die bereitwillig unterzeichnete. Doch erst danach fiel ihr der Absender auf: Das Päckchen stammte von Apo-Discounter. „Zuvor wurde noch nie ein Paket von einem Versender abgegeben.“

Der Inhaber begutachtete die Lieferung kritisch. „Ich nehme Pakete wirklich gerne für Nachbarn an, aber nicht, wenn sie von Versandapotheken stammen.“ Der DHL-Bote hätte die Sendung dem Auftrag zufolge offenbar gar nicht anderweitig abliefern dürfen. Denn auf dem Aufkleber stand: „Bitte nicht an Kinder oder Nachbarn abgeben!“ Der Hinweis sei ihm augenscheinlich egal gewesen, sagt Mantell.

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