Keine Medikamente in Kinderhände?

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Berlin -

Ein Paket der Versandapotheke Medpex wäre im Ruhrgebiet durch DHL beinahe in die Hände eines Neunjährigen geraten. Ein Unding, findet nicht nur der Vater, sondern auch die Bundesapothekerkammer (BAK). Wirklich verantwortungsvoll handelten einzig die Apotheken vor Ort, so das Fazit.

Schreck für Simon Schröder: Der Familienvater war gerade nicht daheim, als ein DHL-Bote mit einem Paket der Versandapotheke Medpex vor der Tür stand. „Keine Abgabe an Kinder“ stand da deutlich zu lesen, doch das kümmerte den Fahrer wenig. Beinahe hätte er den neunjährigen Sohn genötigt, die Sendung per Unterschrift entgegenzunehmen. Gerade noch rechtzeitig kam seine Freundin dazwischen, die in der Zwischenzeit das gemeinsame Baby versorgt hatte. So schilderte es Schröder den Ruhr Nachrichten.

Der Medpex-Kunde beschwerte sich bei DHL. Der Versender könne nicht einfach Aufforderungen auf ein Paket kleben und dann erwarten, dass sie erfüllt würden, antwortete der Konzern. Die Alterskontrolle hätte als Option mit hinzu gebucht werden müssen. Bei einem Kind, das allein zu Hause bleiben könne, dürften die Zusteller ansonsten erwarten, dass es „auch selbständig genug ist, ein Paket entgegenzunehmen“.

„Wir bedauern es, dass eine Sendung, die sicherlich nicht in die Hände eines Kindes gelangen sollte, nun an einen Neunjährigen übergeben wurde“, erklärte ein Sprecher gegenüber der Zeitung. DHL betreibe ein auf Standardisierung ausgerichtetes Massengeschäft. „Unsere Mitarbeiter sind angehalten, Aufdrucke auf Paketen, wie ‚Nicht an Jugendliche abzugeben‘ oder auch ‚Vorsicht Glas!“ et cetera nicht zu beachten“, wird er von den Ruhr Nachrichten.

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