Nordrhein

Engelen: „Schluss mit der Rosinenpickerei“

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Berlin -

Mit einer eigenen Flyer-Aktion macht die Apothekerkammer Nordrhein kurz vor der Bundestagswahl nochmals aufmerksam auf die Wettbewerbsnachteile der Vor-Ort-Apotheken aufgrund des EuGH-Rx-Boni-Urteils vom 19. Oktober. „Die Folge ist ein unfairer Wettbewerb für unsere Apotheken vor Ort“, so Lutz Engelen, Präsident der Apothekerkammer Nordrhein. Die Apotheker in Nordrhein kämpften für ihre Patienten und den Erhalt der Apotheken vor Ort.

Patienten, Kunden und politische Entscheidungsträger sollen im Vorfeld der Bundestagswahl über den unfairen Wettbewerb zwischen den deutschen Apotheken vor Ort und ausländischen Versandapotheken informiert werden. Der Flyer weist darauf hin, dass es ausländischen Versandhändlern mit dem EuGH-Urteil erlaubt ist, auf die in Deutschland gesetzlich festgelegten und einheitlichen Preise von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln Rabatte zu geben. Deutschen Apotheken sei dies per Gesetz verboten. „Die konzerngesteuerten und rein profitorientierten ausländischen Versandhändler picken sich nur die attraktiven Rosinen aus dem deutschen Gesundheitssystem. An wichtigen und kostenintensiven Gemeinwohlaufgaben, wie beispielsweise dem Nacht- und Notdienst, in der Arzneimittelversorgung beteiligen sie sich nicht“, so Engelen.

Der Flyer trägt den Titel „Schluss mit der Rosinenpickerei“ und soll von den Apothekern Nordrheins bis zur Bundestagswahl am 24. September verteilt werden. Auf dem Flyer ist ein rosinenpickender Pleitegeier zu seien. Der Flyer beinhaltet einen Vergleich zwischen den rechtlich vorgeschriebenen Allgemeinwohlaufgaben und Qualitätsstandards deutscher Apotheken vor Ort und ausländischer Versandapotheken. Abgehoben wird auf die aktive und persönliche Beratung direkt bei der Abgabe der Arzneimittel, die „schnelle und wohnortnahe Versorgung im Not- und Akutfall“ sowie die qualifizierte Abgabe von Medikamenten, die nicht über den Versandhandel erfolgen darf, wie die „Pille danach“, Aufgaben und Qualitätsstandards, die deutsche Apotheken vor Ort erfüllen müssen, ausländische Versandapotheken jedoch nicht.

Auch die Leitung der Apotheke vor Ort durch einen freiberuflichen, persönlich haftenden und voll verantwortlichen Apotheker sei bei ausländischen Versandapotheken so nicht gegeben. Gleiches gelte für die Sicherheit der Patientendaten. „Dieser unfaire Wettbewerb kann das bereits begonnene Apothekensterben dramatisch beschleunigen. Die Leidtragenden sind alle Patienten. Insbesondere trifft es die Menschen, die auf „ihre“ Apotheke vor Ort angewiesen sind. So bei Notfällen, im Nacht- und Notdienst, Patienten mit einem hohen Arzneimittel- und Beratungsbedarf oder Menschen mit eingeschränkter Mobilität“, warnt Engelen.

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