Die erste Tiny-Apotheke Deutschlands

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Berlin -

Ihren geplanten Oster-Urlaub hat Apothekerin Jana verschoben – Corona. Eigentlich wollte sie jetzt im August weg, aber nun ist ihre einzige Approbierte ausgefallen und Betriebsferien hat die Kammer abgelehnt. Gut, denkt Jana, wenn ich die Apotheke nicht verlassen darf, muss die Apotheke eben mitkommen.

Die Idee kam ihr, als unlängst eine Kollegin vorübergehend mit ihrer Apotheke in Container umziehen musste, weil drinnen unaufschiebbare Renovierungsarbeiten anstanden. Der Anblick der voll ausgestatteten Offizin vor der Apotheke erinnerte sie das Tinyhouse ihrer Freundin Annika. Die koppelt, wann immer sie eine Luftveränderung braucht, ihre Hütte ans Auto und fährt einfach weg. Warum nicht beides kombinieren, dachte Jana. Das Konzept Tiny-Apotheke war geboren.

40 Quadratmeter muss sie maximal effizient nutzen. Die komplette Freiwahl ist beispielsweise in einem Tablet untergebracht. Der Kunde wählt und wird beliefert. Entweder von ihrem kooperierenden Großhändler (umstritten) oder von ihr selbst. Wenn jetzt auch noch tatsächlich das Botendiensthonorar entfristet wird, kann sich das Konzept sogar lohnen. Fährt sie halt alles aus. Nur enge Altstädte und Sackgassen ohne Wendehammer muss sie meiden.

Aber ansonsten schafft das sich Reduzieren überraschende Freiheiten: Einen Drucker an der Kasse hat Jana einfach eingespart. Sie verstößt zwar jeden Tag hundertfach gegen die Bonflicht, aber bis das Finanzamt das merkt, ist sie längst im nächsten Bundesland. Gilt äquivalent für die DSGVO, als Kundenkarte hat sie sowieso eine App, damit die Patientem sie immer orten können. Es ist ein in gewisser Weise unbeschwertes Leben, wenn man mit der Einschränkung klarkommt, dass man im Labor schlafen muss.

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