Nur Einzelfall: Entwarnung bei Opiumtinktur

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Berlin - Die Firma Innocur hat mit ihrem Schreiben zur Zulässigkeit der Opiumtinktur von Maros für viel Unsicherheit in den Apotheken gesorgt. Denn das Schreiben liest sich, als sei die Abgabe nunmehr verboten. Tatsächlich hat das Gericht in einem Einzelfall entschieden. Darauf weist auch der Deutsche Apothekerverband (DAV) in einer Stellungnahme hin. Maros-Geschäftsführer Dr. Norbert Brand wirft Innocur vor, den Apothekern nur Angst machen zu wollen.

Innocur vertreibt das Fertigpräparat Dropizol des dänischen Herstellers Pharmanovia in Deutschland. Da schon aus Budgetgründen aber überwiegend die Rezeptursubstanz verordnet wird, liegt der Verdacht nahe, dass mit den in Apotheken durchgeführten Testkäufen und anschließenden Klageverfahren neue Fakten geschaffen werden sollen.

Das Innocur-Schreiben spart jedenfalls nicht mit Dramatik. Von drohenden Retaxation, möglichem Abrechnungsbetrug und strafrechtlichen Konsequenzen ist die Rede. Dabei handelt es sich bei der Entscheidung des LG Hamburg um einen im Einzelfall als Schlusserklärung akzeptierten Hinweisbeschluss der Richter. Auch der DAV weist darauf hin, „dass die in der Pressemitteilung der Fa. Innocur in Bezug genommene Entwicklung im Verfahren des Zulassungsinhabers gegen einen Apotheker vor dem LG Hamburg ihre Begründung in den Besonderheiten des Einzelfalls hat“.

Die Abteilung für Abrechnungsangelegenheiten des DAV soll gegenüber einer Apotheke nach deren Wiedergabe noch deutlicher geworden sein. Demnach sei das Innocur-Rundschreiben „juristisch nicht haltbar“ und eine „dreiste Werbung für das Fertigarzneimittel“. Apotheken dürften weiterhin Opiumtinktur als Rezeptursubstanz verarbeiten, sprich abfüllen, kennzeichnen und abgeben wie bisher, hieß es der Apotheke zufolge von der Abrechnungsstelle.

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