Krankenkassen

AOK: Neue Rabattverträge bringen Mehrarbeit

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Berlin -

Zehn Jahre Rabattverträge – ein Grund zum Feiern für die Krankenkassen? Weil es den Kostenträgern so viel Geld einspart, gelten seit 1. Juni bundesweit neue Verträge für die Versicherten der AOK. Aber nicht jeder Patient bekommt das gleiche Medikament, acht Gebietslose führen zu einer unterschiedlichen Versorgung der Versicherten.

Im Klartext bekommt beispielsweise ein AOK-Nordost-Versicherter sein Gabapentin als Einziger von der Bietergemeinschaft Puren/Aurobindo. Die Patienten der anderen sieben Gebietslose hingegen werden mit dem Präparat der Firma Micro Labs versorgt. Andere Bundesländer, andere Sitten heißt es auch für Präparate im Mehrpartnermodell. Insgesamt fallen 16 Wirkstoffe in diese Gruppe. Unter anderem gibt es drei Rabattpartner für die Wirkstoffe Ibuprofen, Omperazol, Simvastatin, Amlodipin, Lisinopril, Lamotrigin und Mirtazapin.

Das Mehrpartnermodell wird auch für einige Antibiotika eingesetzt. So können Cefuroxim, Cirpofloxacin oder auch Clarithromycin von unterschiedlichen Firmen abgegeben werden. Ein Plus für die Versorgung auf der einen Seite und ein Mehraufwand für Apotheker auf der anderen Seite, denn in diesen Fällen würden mehrere Hersteller neu an Lager gelegt.

Insgesamt wurden 108 Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen in 110 Fachlosen vergeben, davon 94 als Exklusivverträge. Heumann erhielt beispielsweise für alle Gebietslose den Zuschlag für Allopurinol und Azathioprin. Die Bietergemeinschaft Teva/Ratiopharm hat unter anderem die Wirkstoffe Bisoprolol, Captopril und die entsprechenden Kombinationen mit Hydrochlorothiazid sowie Felodipin, Furosemid, Isosorbidmononitrat, Lisinopril, Lormetazepam, Spironolacton und Nitrendipin exklusiv. Auch Zentiva/Sanofi hat Wirkstoffe wie Molsidomin, Minocyclin, Ibuprofen Rx, Glimepirid oder Fexofenadin exklusiv.

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